das Beste aus zwei Lernwelten

Seminare? Zur Not…

Wie lernen Sie, wenn Sie…

  • Windows 8 verstehen wollen?
  • die neue Funktionen für EXCEL 2013 anwenden können müssen?
  • ein Backup für die WordPress-Seite erstellen sollten?

oder auch wenn Sie

  • Zugang zu klassischer Musik finden?nachvollziehen möchten, wie es zur Gründung der Vereinten Nationen kam…
  • wie die Kunst von Hans Arp einzuordenen ist…
  • einen Zugang zu klassischer Musik finden wollen…
  • Ihr Business English aufbessern müssen…

Ich mach das so

Ich schau im Internet – ganz klassisch über eine Suchmaschine (bei mir ist das Ixquick), ob ich da was finde, das mir zumindest einen Einstieg gibt. Ich suche auch nach Tutorials über youtube. Zur Not gehe ich auch in Fachforen.

Als gut organisierte und disziplinierte Selbstlernerin glaube ich, “den Rest” schaff ich dann selbst – auch wenn das gegen eine Vielzahl meiner didaktische Überzeugungen ist, die ich anderen gegenüber habe, u.a. in Hinblick auf “Misconceptions” und Lernzielebenen…

"eigene Leute online fragen"Finde ich da nicht, was ich suche, frage ich “meine Leute“, ob die eine Idee haben, wo ich was Passendes finde – meist auch über den online-Weg: Mails, vielleicht Twitter, vielleicht eine Google+ Community, wenn es sich thematisch anbietet.

Und wenn es gar nicht anders geht – weil ich nicht finde, was ich brauche – oder merke, dass ich mit dem Angebotenen nicht weiterkomme – dann schau ich vielleicht, ob ich das Thema fallenlassen kann…

Kann ich nicht? Dann würde ich schauen, ob ich ein SEMINAR o. ä. dazu finde. Erst dann. Und nicht, weil ich mich gegen klassische Lehre entschieden hätte oder nicht gern Leute treffe – ganz im Gegenteil! Nur geben das die Umstände im Moment nicht her. Oder anders: Wenn ich mich auf feste Zeiten für Treffen/Kontakte einlasse, dann sind meine Prioritäten: Freunde und sehr ausgewählte Netzwerktreffen.

Das machen viele so, die ich kenne. Ich vermute, das hat etwas Repräsentatives… Da gibt es doch bestimmt Studien zu? Ich freue mich über Hinweise!

Intro – nicht Abgesang

Und ist diese Erkenntnis jetzt der (unoriginelle und schon oft angestimmte) Abgesang auf formales Lernen in Seminaren u.ä.? Nein nein.

Ganz im Gegenteil: Das ist das Intro zu: Wie können wir die gut geeigneten und akzeptierten  Wege des informellen Lernens nutzen, um formale Angebote zu entlasten, effektiver zu machen, attraktiver, günstiger oder oder? Fokus online-Lernen.

Der Plan der Plan

  • Status Quo feststellen: Vorauswahl & Vorauswertung, was zu dem Thema bereits zu finden ist.
  • Sammeln und clustern: Wie wird informell gelernt? S.o. – Arten von Informationsquellen, auch “informelle Formate” wie MOOCs, Fachforen, online-Communities für ein Lernen über reine Wissenvermittlung hinaus – aber auch – für welche Fragestellungen/Zielsetzungen funktioniert das? Wie effektiv? Wie “gesichert” ist die Qualität der “Ergebnisse”?
  • parallel herausarbeiten: Was sind – aus Perspektive der Lernenden – die spezifischen Qualitäten formaler Lernprozesse, was sind ihre USPs?
  • Daraus konkrete Szenarien sammeln, entwickeln, clustern: Wie lässt sich Informelles an formale Angebote koppeln – oder offener: Wie lässt sich aus der Kombination informeller mit formalen Lernprozessen etwas Sinnvolles schaffen? Sinnvoll im Sinne von z. B. “es ermöglicht etwas”, “es vereinfacht etwas”, “es verbessert etwas”.

Ein naiver Plan? Viel zu weites Feld? Mag sein. Andererseiits – das soll nicht zwangsläufig Dissertations-Umfang oder -Charakter haben – und wichtiger als z. B. eine Vollständigkeit der Status-Quo-Recherche sind mir hier greifbare, umsetzbare Szenarien.

ZielsetzungZielsetzung

Szenarien finden und beschreiben, die mit der sinnvollen Kombination aus formalen und informellen Lernprozessen einerseits das Portfolio von Bildungsanbietern sinnvoll ergänzen/verändern  – und andererseits einer Vielzahl von Lernenden adäquate Lernformate von hoher, gesicherter oder zunmmindest transparenter Qualität eröffnet.

Mitdenker/innen willkommen! Ebenso Informationen zu möglichen Schnittstellen zu Vorhaben anderer, zu möglichen Projektmitteln o.ä., gut gemeinte Warnungen und Empfehlungen, Praxis-Beispiele, Links, Impulse.

Oder hat das schon jemand gut aufgearbeitet & erarbeitet, auf dessen Ergebnissen man weiter denken kann – oder gar nicht mehr muss?

Ich werde Zwischenstände bloggen und freue mich auf austauschintensive Monate.

 

*alle Grafiken des Artikels aus der Microsoft Clipart-Sammlung

frisch aus der Qualitätsmühle: von hüben nach drüben

oh oh – Woche 11 und ich hänge noch in der Qualitätsmühle… nützt ja nix, da muss ich erstmal durch, vielleicht kommt noch jemand mit? Ich monologisier mal (wieder) ein bisschen ungehemmt:

Warum sollte man sich überhaupt Gedanken dazu machen: Die Verantwortung für den Lernprozess liegt doch mehr und mehr bei den Lernenden.

Tja, irgendwie schon. Aber: Wenn wir Bedingungen schaffen könnten, unter denen Menschen nachhaltiger, motivierter, anwendbarer, reflektierter, einfacher usw. (um nicht zu sagen “besser”…) lernen – wäre das nicht wirklich mal ein sinnvoller Beitrag zur Gesellschaft oder wozu auch immer?

Also los: Ulf Ehlers fragt u. a. in seinem Vortrag am Mittwoch nach einer möglichen “Passung von offenen Lernformen und geschlossenen Institutionen” – und findet damit ein weiteres Bild für den Brückenbau zwischen informellem und formellen Lernen.

Ich schleich jetzt schon eine Weile  um die beiden Pole drum herum und starte im formalen Lernen: Weiterlesen

Können wir Qualität zu selbstorganisierten Lernprozessen hinzu liefern?

Qualität im lebenslangen lernen / Gut lernen.

  • Ich möchte Ziele haben.
  • Ich möchte die richtigen Ziele haben.
  • Ich möchte diese Ziele erreichen.
  • Ich möchte wissen, dass ich die Ziele erreicht habe.

Dann war mein Lernen gut.

Und was brauch ich für einen solchen “guten Lernprozess”?


Gib mir Zwang.

Um eine wirklich komplexe Sache durchzuarbeiten, mich einzuarbeiten, zu reflektieren – so richtig – mit Implikationen für mein und anderer Leuts Leben / Arbeit etc. – brauch ich… nicht v. a. Zeit, sondern “zeitliche Rechtfertigung”.

Jemand muss sagen, dass ich mindestens zwei Tage im Monat / 1 Stunde am Tag (oder so) für Weiterbildung nutzen muss, sonst… (irgendwas, was alle schlimm finden).

Ich muss all den anderen die was von mir wollen sagen können: Ich muss jetzt lernen, die Deadline läuft ab, ihr wisst ja, was sonst passiert… Lernen wird sonst (nach dem Eisenhower-Prinzip) immer Kategorie B sein: sehr wichtig, selbst zu erledigen, aber nicht dringend – und von Aufgaben der Kategorie A (sowohl dringend als auch wichtig) verdrängt. Und dann bleibt mein Lernen an der Oberfläche.


Stand by my side.

Um eine komplexere Sache durchzuarbeiten, mich einzuarbeiten, zu reflektieren – so richtig – mit Implikationen für mein und anderer Leuts Leben / Arbeit – brauch ich… Motivation und Begleitung – auf sozialer und inhaltlicher Ebene.

Jemand muss ab und zu sagen. Danke für deinen Beitrag, an y und z hätte ich selbst nie gedacht. / Achtung, du hast xy nicht mit in deine Überlegungen einbezogen / Schöne Beispiele, das werde ich auch mal versuchen. / Toll, wie du das hinbekommst – mit drei kleinen Kindern, den laufenden Aufträgen und der Akquise, mit Bewerbungen und der Wohnungssuche und und und / Macht Spaß mit dir zu denken. / Unter Punkt 4.3 gehst du von falschen Voraussetzungen aus: …

Sonst schaffe ich den Weg nicht bis zu den “wirklichen Fragen”.


Experten her!

Und dann sitze ich in den Details – und komm nicht weiter, weil ich es einfach nicht verstehe, den Fehler nicht finde – ich komme nicht ans Ziel. Ich brauche Unterstützung von einem, der sich auskennt.


Ich brauch ein Navi

Ich mach mich schlau, wie ich Blogs schreibe, eine Homepage bastel, WIKIs einsetze, wie ich Excel für meine Auftragskalkulation nutzen kann. Und und und…

Mach ich das richtig? Gibt es Regeln, die ich (noch) nicht kenne? Gibt es bessere / effektivere Wege? Gibt es mehr / andere Einsatzmöglichkeiten? Wer kann das beurteilen? Wer kann meine Position bestimmen und mir sagen, auf welchem Weg ich weiter kommen kann? Wie geht mein selbstorganisiertes Lernen weiter, wenn ich nicht mehr weiß, welche Frage ich stellen muss, um weiter zu kommen? Ich brauche


Ja und? Mal wieder eine neue Rolle für uns Lehrende?

Das sind für mich Faktoren, die Qualität im Lernen ermöglichen. Da sind dann die Lernobjekte weniger als zweitrangig.

Und das sind daher auch die Faktoren, die ich in meiner Lehre berücksichtigen möchte. Und deshalb finde ich den Brückenschlag zwischen selbstorganisiertem Lerne und Qualitäts-Sicherungs-Punkten so wichtig.

Wie kriegen wir sowas hin? Können wir “Zwang”, inhaltliche und soziale Begleitung, Expertentum und Standortbestimmung von außen zu selbstorganisierten Prozessen “hinzu liefern”? Das wäre doch auch eine spannende neue Rolle für uns Lehrenden, oder?

Können wir auch in lernzielgesteuerten und strukturierten Lernprozessen ausreichend Raum und Anreiz zum Selbstorganisation geben?

Gibt es ein machbares Dazwischen?
Fragt sich und euch und Sie
Jasmin

PS: Diese Überlegungen überschneiden sich nicht zufällig mit denen zur Frage, ob / wie Medienkompetenz geschult werden soll. Gerade das ist ja ein Bereich, den man klassischerweise selbstorganisiert lernt – und in dessen Kontext sich viele der o. g. Gedanken schon aufdrängten…