Soziale Netzwerke: Happen 1 2 3 – wie macht man daraus Qualität?

Heute lasse ich Cogneon (eine Weiterbildungsakademie) mein Nachdenken über Soziale Netzwerke lenken, das OpCo11 (eine offene online-Conference Mitte des Jahres, zum Thema Zukunft des Lernens) in mir losgetreten hat.

Die zweite online-Lektion des Cogneon-Web 2.9 Führerscheins “Soziale Netzwerke” ist raus – 10 Min Folien-Vortrag + Linktipps (kostenlos anzuschauen). Dank an Simon Dückert für die Zusammenstellung.

Ich habe ins Lesen und Nachlesen eine Stunde investiert und möchte folgende Erkenntnishappen teilen:

Happen 1: Dunbar Zahl
Im Vortrag erwähnt Simon Dückert quasi “im Vorbeigehen” die Dunbar Zahl: Sie beschreibt eine “kognitive Grenze” für die “Anzahl an sozialen Beziehungen”, die ein Mensch unterhalten kann. (geschätzt auf ca. 150 Personen – für virtuelle Netzwerke wird das noch diskutiert).

Dückert weist darauf hin, dass die Anzahl an Kontakten / Freunden etc. in virtuellen sozialen Netzwerken erheblich größer ist.

Happen 2: Qualität von Netzwerken
Dazu der Happen aus dem Wikipedia-Artikel zu Sozialen Netzwerken (Soziologie): Mich interessieren hier v. a. die Ziele, Funktionen und Qualität der Netzwerke.

Das könnte konkret sein: Mein Ziel ist ein ein soziales Netzwerk für anregenden informativen, Kontakte schaffenden Austausch zum Thema e-Learning.

Happen 3: Ich kenne wen, den du gern kennen würdest
Im Commoncraft Filmchen zu Social Networks wird die Grundidee des Netzwerkens veranschaulicht: Es werden Beziehungen hinter den Beziehungen öffentlich gemacht:

Könnte konkret heißen: Ich kenne jemanden, der an einer Universität moderierte e-Learning-Kurse anbietet – und Sie suchen einen universitären Kooperationspartner für Ihre Kurse. Sie sprechen mich an, ich stelle einen Kontakt her. Niveau und organisatorisches Drumherum passen, ich bekomme einen Auftrag zur didaktischen Überarbeitung, als Lerncoach und zur Supervision der Moderation – die Kooperation ist für alle ein Gewinn ;-)

Daraus wird…

Aus diesen drei Micro-Häppchen ließe sich eine Macro-Diskussion starten:

Wie nutzt man virtuelles soziale Netzwerke, damit sie Funktionen erfüllen und als qualitativ hochwertig wahrgenommen werden können?

Meine Gedanken bisher:

  • Kleines, aber feines Netzwerk?
    Will ich ein “gutes Netzwerk”, das ich im oben beschriebenen Sinne nutzen möchte – dürfte ich dannn nicht eigentlich nur Kontakte annehmen, die ich auch wirklich kenne? Sonst klappt die dargestellte Netzwerk-Idee nicht. Wenn ich jede Kontaktanfrage annehme – egal, ob diese Person etwas mit e-Learning zu tun hat, ob ich weiß, was sie macht und kann oder nicht – welche Qualität hat mein Netz dann? Für mich und für andere.
    (Wenn es mir nicht v. a. darum geht, dass möglichst viele lesen, was ich schreibe – und dass man mit 3.476 Kontakten den Eindruck vermittelt, sehr einflussreich zu sein.)
  • Das Siemens Fallbeispiel gibt für diesen Kontext auch ein paar hilfreiche Erfolgsfaktoren aus ihrem unternehmensinternen sozialen Netzwerk, die ich gern irgendwie umsetzen möchte:
  • Find people to get answers. (Und dazu braucht es eine Kultur, in der Fragen gestellt werden und in der man antwortet.)
    Vielleicht ist ein Fachaustausch im Forum da ein Weg? Ich werde es in den kommenden Wochen hier ausprobieren (und lade herzlich dazu ein).
  • Einsatz von Personen-Themen-Beziehungen (statt z. B. Personen-Personen-Beziehungen)
    Ich versuche es mal über e-Learning-Gruppen auf XING – Vielleicht kennt jemand von euch / Ihnen aktive “virtuelle e-Learning-Kreise”?
  • Vertrauensbildung durch fachlichen Respekt
    Das soll Ansporn für alle meine fachlichen Beiträge sein.

Und die Frage “in die Gemeinde”:
Wie macht ihr / machen Sie was aus Ihren virtuellen Netzwerken?
Wie filtern Sie?
Schaffen Sie es, dass Konktakte auch wirklich nutzbare Kontakte sind? Wie?

Oder ziehen Sie aus den Netzwerken etwas anderes als das, was ich hier an Funktionen, Zielen und Qualität festzumachen versuche?

Über Austausch mit euch und Ihnen freut sich – immer -
Jasmin Hamadeh

3 Gedanken zu “Soziale Netzwerke: Happen 1 2 3 – wie macht man daraus Qualität?

  1. Hi Jasmin,

    man könnte voran mal fragen, was du meinst, wenn du sagst, „dürfte ich dann nicht eigentlich nur Kontakt aufnehmen, die ich auch wirklich kenne“ – meinst du mit „wirklich kennen“ „kennen“ im RL? Falls das gemeint sein sollte, dann wäre mein virtuelles Lernnetzwerk ein ziemlich armes, denn die Leute, die ich auf die beschriebene Art „kenne“, sind mit überwältigender Mehrheit (wirklich überwältigender Mehrheit) nicht im Virtuellen vertreten. Ich sehe da doch einen unterschied zu dem „jede Kontaktanfrage annehmen“, wovon du im gleichen Absatz schreibst.

    Das mit dem fragen stellen und Antworten geben sehe ich ähnlich. Mit den Fragen klappt das bei mir schon ganz gut eigentlich – ich hab ziemlich viele, und schreib dir auch gerne auf. Nur Antworten zu bekommen ist mitunter nicht so leicht, weil sich kaum einer Zeit für Antworten gibt. V.a. nicht, wenn man nicht auf seinem eigenen Webspace antwortet, habe ich den Eindruck.

    Viel Erfolg mit Xing wünsche ich jedenfalls, berichte mal davon – würde mich nicht wundern, wenn bei Xing langsam aber sicher Livores sichtbar würden.

    Zur Frage, wie ich in virtuellen Netzwerken filtere:
    Erstmal versuche ich, mein eigenes Profil frei von Ballast zu halten. Alles, was nichts mit meinen Lerninteressen zu tun hat, sollte draußen bleiben – meistens, zumindest. Und dann achte ich darauf, kein zu großes, aber nutzloses Netzwerk zu haben, indem ich nur Leute in meinem Netzwerk lasse, von denen ich wenigstens ab und zu einen brauchbaren Impuls erhalte. Ich geh von zeit zu Zeit durch und mit wem ich nichts verbinde, den unfollowe ich.

    Gleiches mache ich mit zu produktiven Netzwerklern: wer ständig twittert, ist mir zu anstrengend und filtert meist selbst nicht zuverlässig genug Wichtiges von Unwichtigem. Viele sehr aktive liefern sicher auch Qualität, aber wenn ich noch selbst ein Sieb in die Hand nehmen muss, um das Brauchbare abzusondern, ist mir das v.a. Auch bei Aktiven zu anstrengend.

    Und dann sind da noch die Selbstdarsteller, die zwar irgendein Thema beliefern, die aber das Netz hauptsächlich als Bühne für das eigene Ego missbrauchen. 5 Fotos am Tag von den Cafes, in denen ich überall einen Kaffee süffle, oder sowas. Da kann das Substanzielle dann so gut sein wie es mag: wenn es wirklich wichtig ist, wird es mich auch über meine anderen Kanäle erreichen. Daher ist eine weitere meiner Maximen, dass ich keine Personen in meinem Netzwerk behalte, deren Persönlichkeit mir zu ertragen schwer fällt.

    • Hallo Daniel
      – und danke, dass du dir die Zeit zum Antworten “gegeben” hast.

      Mit “kennen” meine ich hier in etwa: eine Vorstellung zu haben von den Interessen, Arbeitsgebieten, Kompetenzen, Erfahrungen der anderen – in den für mich relevanten Gebieten. Sonst könnte ich nicht zu einem sozialen Netzwerk beitragen – sondern eher so etwas wie “eine Fangemeinde bespielen”. Aber ich möchte ja nach wie vor Austausch.

      Zu XING: “Livores” musste ich erst einmal nachschlagen (“Totenflecken” – falls noch jemand auf der Insel der Livores-Unwissenden lebt).
      Im Bemühen um effektives Management meiner Online-Aktivitäten habe ich mir das für Mitte November “auf Wiedervorlage gelegt” und schreib dann gern nochmal was dazu. Immerhin hat es mich u. a. dazu gebracht, mich für Donnerstag für den 6. XING e-Learning Tag anzumelden. Vielleicht kommt noch wer von euch/Ihnen dazu?

      Danke für die Empfehlung und Ermutigung, ab und an seine Kontakte kritisch zu prüfen und auch mal jemanden zu “entfolgen”. Das schreibe ich mir jetzt auch mal füralle zwei Monate in den Kalender. Fürs Kontakte Löschen habe ich allerdings noch unrationale innerliche Barrieren abzubauen…

      Mit bestem Gruß; Jasmin

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