Social Media 2011: Top oder Flop?

Heute ohne Schnörkel – direkt in SocialMedia Res:
Social Media 2011- was sollte das? Für mich “Top” – na, sagen wir “Tlop”…

In Phasen des Erkundens / der Recherche (z. B. Erweitern meines eLearning Horizonts, was Einsatzzwecke, Lernorte, Anwendungen betrifft) ist für mich das Treiben auf SocialMedia bewegten Wellen das Ergiebigste und Spannendste, was mir je untergekommen ist. Mit besonderer Freude über sowohl das Wort als auch das Phänomen “Serendipity“. Da wüsste ich zwar keine Messlatte, aber das Treiben in Tweets und Posts erscheint mir bei allgemeinen Fragestellungen/Felderkundungen sogar besonders effizient.

Für konkrete Fragestellungen (z.B. “Suche schlichte gute Beispiele für Serious Gaming”; “Wann, wo und wie nutzen Smartphone-Nutzer ihre Smartphones?”) bieten mir die Social Media zum einen einen Recherchepool (nicht immer effizient)- zum anderen durch den Aufbau von etwas wie einer individuellen Community Ansprechpartner und Ansprechwege (hier v.a. über meinen Blog, Google+ und durch Mails/Telefonate, die sich aus der Vernetzung ergeben haben). Da wäre ich ohne Social Media und “meine neue Vernetzung” an einem Punkt weit früher stehen geblieben – hier verbuche ich also einen spürbaren Qualitätssprung.

Auf der Ebene des Arbeitsalltags habe ich v.a. durch XING hilfreiche Netzwerke finden können: mal lokal, mal themenbezogen (z.B. Freelancer-/Gründernetzwerke).

Und jenseits selbst gesteuerter Aktivität ist auch etwas passiert:

  • Es haben sich Kontakte ergeben, die auf ganz andere Weise interessant/passend sind, als sich das durch den online-Erst-Kontakt ahnen ließ. Meist durch ein Echt-Treffen (andere gemeinsame Schwerpunkte, befruchtende Diskussion).
  • Ich bin auf Themen gestoßen, die relevant für mich sind, die mich aber sonst erst einmal nicht gefunden hätten… (OpenEducationalRessources z.B.).
  • Mich haben Leute gefunden und angesprochen, von denen ich nicht gedacht hätte, dass sie sich für Einzeleinschätzungen wie meinen interessieren – und es hat sich oft Fruchtbares daraus ergeben (Kooperationsgespräche, Interviews, Auftragsanfragen).

Und daraus ergibt sich eine für mich sehr wohltuende “meta-Erkenntnis”:

Nachdem ich dachte, ich renne den Trends hinterher, habe ich erfahren, dass es Leute wie du und ich sind, die diese” Trends” initiieren, ausbauen – differenzieren. Dass überall nur mit Wasser gekocht wird – und der eigene Beitrag erstaunlich viel bewegen kann.

Das ist alles in allem ein enorm großer Posten auf der Positivseite.

Und wo gibt es Abzüge?

In täglicher “Deadline-Arbeit” geht das für mich nicht. Bloggen, Tweets und Posts lesen, Links folgen, ohne, dass mich in solchen Phasen gerade eine Frage akut treibt – schaff ich nicht; dann belastet mich das Gefühl, der “Community” etwas geben zu müssen und ich ärgere mich über all den Input, der mir gerade nichts gibt/zu geben scheint.

Auf regelmäßiger Basis Twittern, Twitter lesen, Tweetdecks anlegen, Google+-Beiträge verfolgen, Feedreader-Input abarbeiten – habe ich versucht, kostet mich selbst bei größter Disziplin mindestens eine Stunde am Tag und macht mich nervös. Geht für mich nicht unter Druck. Muss auch nicht. Wäre vielleicht anders, wenn ich mehr Leerlaufzeiten hätte, täglich eine Stunde Bahn fahren würde, generell mehr Zeit zur freien Verfügung, die ich dann auch gern wieder für noch mehr Input nutzen will. Aber ich brauche meine Zeit zum Arbeiten und Verarbeiten. Ich möchte z.B. die simultan geschriebenen Protokolle der Educamp-Sessions auch mal lesen und nach-denken, Links nicht nur ablegen, sondern auch lesen und ggf. verwerten, einen Kontakt nicht nur Kreisen zuordnen, sondern mich mit ihm austauschen. Alter Hut – passt aber.

So wird es für mich erst einmal immer wieder SocialMedia Wellen geben – zwischen denen ich mich dann wieder raus-schalte. Und ich hoffe, dass ich dabei “meine Community” erhalten kann. Und ich hoffe auch darauf, dass Dinge, die so richtig wichtig für mich sind – oder sein können – mich per Mail oder anders direkt erreichen – weil ich nicht nur einer von 3.465 Kontakten meiner Kontakte bin, sondern weil wir uns auf eine Art ein bisschen kennen und einander mit-denken. Und das versuche ich in andere Richtung auch so zu leben.

Das heißt auch: Lieber weniger Kontakte, aber lebendige oder belebbare; nicht alles mitbekommen – aber das Wenigere relevant machen.

Was macht ihr/machen Sie daraus? Aus euren/Ihren SocialMedia Erfahrungen 2011? Ist es nur eine Frage der Organisation? Was zieht ihr/ziehen Sie draus und was gebt ihr/geben Sie rein? Gute SocialMedia-Vorsätze fürs neue Jahr?

Allen, mit denen SocialMedia-Nutzung sporadisch intensiv möglich ist – wünsche ich ein besonders schönes und gemeinsames SocialMedia- und auch mal offline- Jahr 2012
und denen, deren Wege sich mit meinen nur zufällig ab und an kreuzen – ein anregendes ausgewogenes Miteinander von Input, Output und gut genutzter Zeit.

In Vorfreude auf die nächste SocialMediaWelle
grüßt Jasmin Hamadeh

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