Serious Gaming: Zu welchem Problem passt diese schöne Lösung?

Die Beispielsammlungen sind eine wunderbare Quelle  und die Live-Session war anregend. Für mich wird durch die konkreten Beispiele das Potenzial von “online-Spielen in der Lehre” sehr deutlich – und bringt mir persönlich viel größeren Gewinn als  jede Diskussion über Spieltheorien.

Was ich im Wesentlichen daraus mitnehme – für die berufsbegleitende Fort- und Weiterbildung

Wir haben da eine wunderbare Lösung: “Serious Gaming” – zu welchem Problem könnte sie passen?

Gar nicht so schwer zu beantworten, wie die polemische Frage vielleicht nahe zu legen scheint:
Motivation und Anwendungskontext schaffen:

  • Einstiegs- und Durchhaltemotivation (beides gerade in berufsbegleitender Bildung besonders bedeutsam)
  • Anwendungskontext für Lerntypen, die über das konkrete Beispiel den Einstieg / die eigene Relevanz des Themas finden,
  • Weg zum Erreichen von Lernzielen, die über ein “wissen, dass” hinaus gehen und Lerntransfer / Anwendungskompetenz anstreben:
  • Lernen durch Regeln Erkennen
  • Lernen durch das sich Erschließen komplexer Systeme
  • Lernen im Kontext
  • Lernen durch Anwenden

Brücke Spiel und Wirklichkeit

Ich erinnere mich, am Rande an Projekten mit sog. bildungsfernen Jugendlichen beteiligt gewesen zu sein. Die haben tatsächlich engagiert Europa- und Weltreisen-Spiele gespielt und dabei auch wirklich viel gelernt : Man musste ihnen allerdings die Brücke zur “Wirklichkeit” ausdrücklich bauen – und ihnen mitgeben, dass es z. B. diese Länder wirklich gibt, dass in Großbritannien wirklich links gefahren wird etc.

Nur – falls jemand fürchtet, dass hier mal wieder die Lehrenden von der Technik ersetzt werden…

Für bestehende Fort- und Weiterbildungsangebote sehe ich die Einbettung der Spiele in den entsprechenden Lernkontext (je nach Spiel natürlich) als Herausforderung auf Anbieterseite -  und auch Wege der Korrektur und Erläuterung (Qualitätskontrolle, Lernerfolgskontrolle) während des Spielverlaufs.

Was mich mal wieder wundert
Die Frage danach, ob man beim Spielen spüren darf, dass man lernt / ob der Lernhintergrund den “Spielcharakter verdirbt”.

Da ich ja von der Vermittlungsseite komme, ist in meinen Zusammenhängen immer klar: Es geht um eine Lernsituation. Und von der Seite des Lernens betrachtet ist das Spiel ein geschützter Anwendungskontext, in dem ich eine Rolle/Aufgabe habe, die mir hilft zu verstehen und anzuwenden. Und das Ganze hoffentlich freudvoller – als es sich in solchen Definitionen anhört.

Gleichzeitig: Was mich bremst
Ich stricke gern mal was von Hand – und eine Vielzahl didaktischer Methoden lässt sich im e-learning meiner Erfahrung nach ohne großen technischen  Aufwand umsetzen (dafür meist aber mit erheblichen Moderatorenaufwand).

Aber wenn ich etwas “Serious Gaming” nennen würde – dann würd ich es nicht mehr handgestrrickt haben wollen… Und Mittel für etwas anderes hätte ich nicht.

Kann es hier Lösungen mit Bordmitteln geben, die die Grundidee aufgreift, mit der die o.g. Ziele erreicht werden können – und Spaß macht? Ohne wie “Serious Gaming für Arme” auszusehen?

Oder tut man schon genau das, wenn man z. B. Fallbeispiele in Teams bearbeitet und je nach TN-Input  den Handlungsverlauf weiterentwickelt?

Vielleicht kann man – statt nach klaren Abgrenzungungen zu schauen – relevante Elemente identifizieren, die helfen, die eigenen Ziele zu erreichen -  und dann überlegen, wie man die für eigene Formate nutzbar machen kann?

Im ersten Schritt werde ich mich darauf verlegen müssen – und finde die Beispielsammlungen dafür sehr inspirierend. Vielleicht macht jemand von euch/Ihnen das ja auch schon so? Vielleicht gibt es Ideen/Erfahrungen für die kleine Lösung zum Einstieg – die man ggf. später auch vor potenziellen Geldtöpfen mal vorspielen kann, um sie “lecker zu machen”, eine professionellere Variante zu entwickeln… (wenn man dann noch etwas Elaborierteres braucht)?

Mal wieder sehr inspiriert
grüßt Jasmin Hamadeh

Ein Gedanke zu “Serious Gaming: Zu welchem Problem passt diese schöne Lösung?

  1. Pingback: Zusammenfassung des Themenschwerpunkts Game Based Learning | OpenCourse 2012

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