MOOCen wider willen

Grafik: nichts hören, sehen, sagen...?So hatte ich mir das eigentlich vorgestellt mit dem MMC13 für mich:

Nicht schauen, nichts sagen, nichts hören…

 

Ich werde hier nicht MOOCen, weil:

Dörte Giebel und Monika König, die ich aus/seit dem OPCO11 “kenne”, haben mIch gefragt, ob ich einen Impulsbeitrag schreiben würde. Ich habe mich über die Anfrage sehr gefreut, hatte gleich die Gegenüberstelltung im Kopf, die es dann ja auch geworden ist, große Lust, sie zu formulieren – und hatte ansonsten nicht vor, mich mit diesem MOOC viel zu beschäftigen. Denn: Die Don#t MOOC-Seite des Impulsbeitrags kommt ja nicht von nichts… Und: Ich kann nicht.

I have work to do! Ich muss Geld verdienen. Ich hab Familie. Ich muss auch mal schlafen. MOOC hat nichts mit dem zu tun, was gerade auf meiner TOP 28-oder-so-Liste steht.

Doch, ich werde hier MOOCen, weil:

Und jetzt? Jetzt habe ich oftmals ein Stündchen auch ein Twitter-Fenster auf, habe in XING meinen Blog eingebunden, mich nochmal in die Google+ Logik eingedacht (dort noch immer meinen Blog nicht einbinden können…), ich schau zwei drei mal täglich auf die MMC13-Blog-Aggregator-Seite…, check viel viel häufiger Mails und Twitterwall…, twittere selbst wieder (das hätte ich nun wirklich nicht gedacht…), schau und höre mir all die kleinen Basteleien an… – und bin angerührt wie Oma auf dem Adventsbasar, die sich anschaut, was für liebevolle Dinge entstanden sind.

liebevolle BasteleienIch schüttel gleichzeitig den Kopf und frag mich, wie man Zeit und Nerven dafür finden kann, all sowas zu tun, ob das inhaltlich getrieben ist oder legitmiertes Spieltrieb-Ausleben.

Und dennoch – oder gerade deshalb – bewundere ich vor allem die “Tool-Ausprobierer”, merke, wie gerade das nicht so Zielgerichtete den MOOC so persönlich macht, wie es ansteckt, auch auszuprobieren und damit zurückführt zum Inhaltlichen.

Ich ärgere mich auch schon wieder, dass ich nicht wirklich diskutieren kann, wenn an 629 Stellen kleine Happen liegen – und jeder Versuch, das zusammenzuführen ein weiterer Happen ist, der wieder irgendwo zusammen geführt werden wird…

Aber eigentlich ist das alles irrelevant, denn ich habe gar keine Wahl: Sobald ich persönlich angesprochen werde in so einem MOOC, kann ich nicht mehr nicht MOOCen.

Grafik: Community-FalleSobald jemand in einem MOOC, in dem ich die Leute direkt angesprochen habe, auf meinen Beitrag antwortet, auf meine Gedanken Bezug nimmt, meinen Namen nennt, fühle ich mich… – verantwortlich? unwiderstehlich eingeladen?…?

Schnapp: Community-Falle. Community-Geschenk.

Also gut, meine Ziele?

Nützt nichts. Jetzt bin ich also drin. Dann denk ich also über meine Ziele nach:

Vorweg: Ich habe keine primär inhaltlichen Ziele, die mit MOOCs zu tun haben. Das mag jetzt verwundern… aber ich habe ja geschrieben, wie ich hierher geraten bin… Im Prinzip könnte das jetzt auch ein MOOC über “Fotosynthese” sein, über “die Freiheit der anders Denkenden” oder über “Elemente des Barocktheaters in der Europapolitik”…

  • Ich will mich hier einlassen auf die Leichtigkeit, mit der getwittert wird, aufeinander Bezug genommen wird, Formate ausprobiert und veröffentlicht werden – um mir davon eine Scheibe abzuschneiden.
  • Wie schon in den letzten MOOCs möchte ich den Tool-Tipps nachgehen und sie ausprobieren, auch um sie ggf. als hilfreiche Elemente fürs e-Learning weiterzugeben (ah – Schnittstelle zu den TOP 28-Prioritäten!).
  • Und wo ich dann schon einmal da bin, möchte ich Diskussion anheizen – vor allem, wo MOOCs so sehr euphorisch betrachtet werden. Bei MOOC-Skepsis hilft wahrscheinlich eh nur eine gute MOOC-Erfahrung zur Inspiration (so erlebe ich es jedenfalls gerade ;-)).
  • Dann möchte ich Kontakte vertiefen und neu knüpfen: Mit welchen Akteuren/innen in der e-Weiterbildungswelt kann ich mich mal zusammentun? Was könnten wir Sinnvolles zusammen auf die Beine stellen?
  • In dem Zusammenhang – und darüber hinaus – möchte ich sehr sehr gern mal wieder ein bissschen “Serendipität“: Zufällig auf Themen/Erkenntnisse/Events stoßen, mich treiben lassen, Ideen entwickeln für Beratungsangebote, Workshops oder oder (noch eine Schnittstelle zu den TOP 28-Prioritäten!)- und zweckfrei Spielerein.

Na gut, damit krieg ich so ein zwei Stunden am Tag legitimiert… und versuche, dass es nicht mehr werden.

Euch grüßt, Jasmin

3 Gedanken zu “MOOCen wider willen

  1. Hallo Jasmin,
    hmm, das kann ich so fast ganz für mich übernehmen. Mich hat gestern Abend die plötzlich einsetzende Twitteraktivität fasziniert. Die “Talkshow” fand ich nur interessant um die Personen kennen zu lernen. Ein für mich greifbares Ergebnis habe ich nicht erkannt. Den wirklichen Sinn der MOOCs habe ich bisher noch nicht erkennen können. Mal sehen was die nächsten Wochen bringen.
    Vielen Dank für Ihren Beitrag
    Ellen Pape

  2. Hallo Ellen,
    ist docvh auch spannend: das einzelne MOOC-Aktivitäten faszinieren, auch wenn einem gerade kein “wirklicher Sinn” greifbar wird… oder man keine brennende inhaltliche Frage hat, zu der man hier weiter kommt.

    Da zeigt sich doch schonmal deutlich das Potenzial von MOOCs – denn dabei sind wir ja trotzdem ;-)
    Und wenn man schaut, was in den ersten gut vier Tagen an Ideen, Vernetzung, Anregung etc. gegebe hat – schon beeindruckend. Die Let’s MOOC Seite kommt halt auch nicht von ungefähr ;-)

    Schön weiter auch mit dir und anderen mit skeptischer Brille weiter offen zu schauen, was in MOOCS fördern und was hemmen kann.
    Besten Gruß, Jasmin

  3. Liebe Ellen, Liebe Jasmin,

    mir ging es ähnlich. Auch ich wurde recht früh während der Planungen für den mmc13 gefragt, wie ich denn gerne teilnehmen möchte. Ich war zu diesem Zeitpunkt gerade so beschäftigt, dass ich antwortete: “Ich melde mich in einer Woche noch mal”. Aus der Woche wurden dann Monate.

    Tja, und 1 Woche vor Kursstart bekam ich plötzlich von allen Seiten unserer Lehr- und Lerncommunity Hinweise. Schwupp, war ich drin. Ich fand noch eine allerletzte nicht besetzte Rolle in Woche fünf. Das hatte aber noch nichts von “Flow” und “Immersion”.

    Als ich dann letzte Woche bei Twitter – keine Ahnung wie das passiert ist – in eine sehr angeregte “multithematische” Diskussion mit der gesamten Community involviert wurde, gab es kein Halten mehr. Ich habe an diesem Tag tatsächlich widerwillig meine wirklich dringliche Arbeit hinten angestellt: Ein unglaubliches Phänomen, das ich so selten erlebe. Normalerweise bringt man mich nicht so schnell von meiner Arbeit ab!

    Was machen wir nun also mit einem weiteren MOOC wider Willen und entgegen jeglicher Zeitpläne? Wir werden es sehen… ;-)

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>