Leser und Adressaten – es lebe der Unterschied!

Jochen Robes stellt in seinem Artikel Google Plus and The Social Media Moonshot   einige Einschätzung von Google+ aus der aktuellen, internationalen Diskussion vor, die seine  Wahrnehmung der Google+Nutzung erweitern.

Besonders spannend finde ich  die Diskussion um die Frage, ob eines der Alleinstellungsmerkmale von Google+, Kreise/Circles bilden zu können, überhaupt einen praktischen Nutzen habe. Oder schaltet nicht ohnehin jeder, der über diese Plattform etwas verbreitet, seinen Artikel auf “Öffentlich”, also für alle sichtbar?

Vielleicht wird die Diskussion um Google+ (und auch um andere Netzwerke) doch zu sehr aus Sicht derer betrachtet, die Input geben. (Ist das symptomatisch? Wird reingegeben, aber nicht gelesen? Das Lurking-Problem in anders herum?)

Ich möchte hier die Perspektive der Leser/Adressaten beleuchten – weil eben nicht jeder Leser ein Adressat ist:  Wer seinen Beitrag für den einen oder anderen Kreis freischaltet, hat sich Gedanken darüber gemacht, wen dieser Beitrag interessieren kann. Gute Idee, oder? Warum sollte man darauf verzichten?

Wenn ich jemanden wegen seiner Aktivitäten im e-Learning-Bereich “abonniere” – dann möchte ich gar nicht wissen, welche Musik er gerade hört, was ihm die Glücksnuss für heute verspricht und dass er gestern mit seinen Kindern im Elfengarten war. (Mein gespaltenes Verhältnis zu Twitter und Facebook lässt sich hier erahnen.)

Leser werden immer wieder zum Voyeur wider Willen. Mich kostet das Zeit und Nerven – und es ist mir unangenehm. Gern möchte ich dem Autor in solchen Fällen sagen: Sei so freundlich und trenne deine e-Learning-Sphäre von deiner privaten Sphäre. Und wer darauf antwortet, das könne er nicht – der hat meiner Meinung nach einen Grund innezuhalten.

Das heißt nicht, dass es nicht auch wohltuend ist, wenn hier und da der Mensch hinter den Informationen hindurchscheint. Ganz im Gegenteil – aber  ich möchte bitte nicht alle Facetten eines Menschen “mitbuchen” müssen, wenn ich in seinen Kreisen bin. Ist das legitim?

Ich bitte um den respektvollen Umgang mit der Zeit und den Nerven der Leser, die gern Adressaten sein möchten. Auf Google+ und überall. Sehr gern investiere ich die gewonnene Zeit dann auch in einen inhaltlichen Beitrag für die, die davon etwas haben könnten.

In diesem Sinne grüße ich angeregt all meine Adressaten,
Jasmin Hamadeh

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