cMOOC-Andock-Geschäftsmodell

ach so – falls doch jemand an cMOOCs teilnimmt – und sich das als Geschäftsmodell etabliert – dann hätte ich auch noch ein Andock-Geschäftsmodell für uns Freiberufler:

Wir nehmen an cMOOCs teil für Interessierte, die nicht die Zeit / den Nerv haben, in Hinblick auf ihre Fragestellungen mitzumachen.

  • Basispakt: Kernfragen-spezifische Zusammenfassungen
  • Upgrade1: Aktive Platzierung von Auftraggeber-Fragen
  • Upgrade2: cMOOC als Marketinginstrument für Einzelpersonen und Unternehmen (Teilnahme-Profil nach Auftraggeber-Wunsch)

(Wobei nur Upgrade2 polemisch gemeint ist…)

Ein Service, der die individuellen cMOOC-Risiken minimieren hilft… Das hilft dem Format nicht unmittelbar… und wäre keine gute Sache, wenn alle Teilnehmenden so teilnähmen… aber es könnte evtl. extra-Teilnehmende generieren…

Jasmin

cMOOC? Da kommt ja doch keiner.

MOOCs für Offliner, MOOCs für Persönlichkeitsentwicklung, MOOCs für den Fremdsprachenunterricht, für IT-Themen… Ich glaube auch, es ist heilsam, das Thema an konkreten Beispielen zu durchdenken.

(Entschuldigt, dass ich es diesmal nicht geschafft habe, mir vor meinem Artikle einen anständigen Überblick über den Stand der Diskussion zu verschaffen.)

Mit den konkreten Themen formt sich vor meinem inneren Auge auch eine Zielgruppe. Und das führt mich zu der in-die Suppe-spuckenden-Frage:

Glaubt ihr wirklich, dass da jemand mitmacht?

Es geht mir nicht um 150+ Teilnehmende. Aber durchaus darum, eine kritische Menge zu erreichen. Sonst geht cMOOCen nicht. Wie groß die sein muss, darüber haben wir auch zusammen schon viel herum gedacht.

Mein Fazit: Das hängt davon ab…

…wie viele Aktive sich zu einem Theme finden. Und da werfe ich jetzt mal 10 – 15 Teilnehmende in den Raum. Das ist in etwa die Anzahl derer, die ich beim MOOCen bisher ungefähr ihrem Hintergrund und ihren Einstellungen zuordnen kann und mit denen ich mich besonders intensiv beschäftige. Im Rahmen der Möglichkeiten. Die reichen mir/die brauche ich, damit da für mich etwas “rumkommt”. Kann natürlich sein, dass deren Beiträge für mich v.a. dadurch interessant sind, weil sie wiederum von 10 – 15 anderen profitieren, die nicht unbedingt mit “meinen” übereinstimmen… Das macht es noch schwieriger, denn meine These ist:

Es ist schwer, 10 – 15 engagierte Teilnehmende für einen MOOC zusammen zu bekommen. Egal, zu welchem Thema.

Von denen, die das cMOOC Format nicht kennen, wird kaum einer sich einschreiben, und von denen die es dann tun, wird kaum einer kontinuierlich beitragend mitmachen. Wer cMOOCs kennt, fürchtet sich davor, dass es unberechenbar ist hinsichtlich des eigenen “Gewinns” oder Kosten-Nutzen-Verhältnisses.

Können wir Kennzahlen erdenken? Z. B. 10% aller Registrierten sind regelmäßig aktiv. Verlässlich und vernetzend aktiv? Vielleicht mit ca. durchschnittlich 4 Kommentaren und einem eigenen Beitrag pro Woche? Oder, was könnten sinnvolle Kennzahlen sein?

(Wahrscheinlich wieder u. a. abhängig vom Thema: Wer sich bei IT-Themen in einen cMOOC einschreibt, macht vielleicht eher aktiv mit als bei Persönlichkeitsentwicklung?)

Worauf gründe ich diese These?

Ich “botschafte” seit vielen Jahren in Sachen moderierte online-Seminare. In unterschiedlichsten Kontexten habe ich dieses Format mitangeboten: Für mittleres Management, für Trainer, für Apotheker… Überall das Gleiche: Fast keine Drop-Outs – und das in berufsbegleitender Fort- und Weiterbildung (!), die Teilnehmenden-Beurteilung in (wissenschaftlich erarbeiteten) Evaluierungen durch die Bank überdurchschnittlich gut. Und trotzdem: Jede Runde wieder – enorm mühevolle Teilnehmer-Aquise, Multiplikatoren-Überzeugungsarbeit. Selbst, wenn man Seminare günstig in Pilotläufen oder für Test-Teilnehmer anbietet. Oft wirklich schwer, auch nur 10 Teilnehmende zu bekommen. (Nur eine Frage des Marketings? Das war/ist in der Tat nicht immer optimal, aber für manche Zielgruppen hat doch mitunter ein sehr gezieltes, kontinuierliches und “hartnäckiges” Marketing stattgefunden, auch von angesehenen  Anbietern, deren Qualität niemand in Frage stellen würde.)

Was hat das mit cMOOCs zu tun?

Ich stelle mir vor, die Zielgruppe eines cMOOCs zum Thema XY, ist eine Teilmenge derer, die evtl. an einem moderierten online-Seminar interessiert sein könnten: Thematische Fragestellungen, Bereitschaft (Notwendigeit?), online dabei als mehr oder weniger bekanntes Mittel zum Zweck. Vielleicht ein paar Teilnehmende außerhalb dieser Menge durch evtl. kostenlosen Zugang und evtl. dadurch, dass man ja erst einmal gucken kann, ob einem das liegt. Dafür aber deutliche Abzüge durch Skepsis bzgl. der Offenheit, Sorge bzgl. des “individuellen Outcomes”, Abzüge durch “ich kann/möchte nicht twittern / bloggen / G+ nutzen etc.

Ich bin sehr gespannt, was die angedachten Wetten und Pläne bringen – aber genauso skeptisch. Und es wäre mir die allergrößte Freude, hier eines Besseren belehrt zu weden!

Wenn ich an Erfahrungen mit  Alumini-Netzwerken aus online-Seminaren denke, stimmt mich das nicht optimistischer. Welche Formate hatten wir hier noch mit deutlichen Schnittstellen zum cMOOC? Sind da ermutigendere Erfahrungen dabei? Habt ihr Tipps / Bewährtes / Ideen zur Vermittlung des Formats?

Vielleicht kriegen wir da ein paar überzeugende Argumente, aussichtsreiche Marketingwege zusammen? Was ist für interessierte Deutsch-als-Fremdsprache-Lehrende, Persönlichkeitsentwicklungs-Interessierte, SAPler, e-Trainer etc. relevant und überzeugend am cMOOC-Format? Oder ist das komplett themenspezifisch?

Eine erfolgversprechende Teilnehmenden-Aquise muss Voraussetzung eines jedes Geschäftsmodells sein – egal, wer letztlich bezahlt.

Also: Was haben wir?
Sehr gern bereit, Bedenken entkräften zu lassen, grüßt: Jasmin

 

 

Give me an “o”? No!

Meine Kurzzusammenfassung aus dem unrepräsentativen Teil der Artikel, die ich gelesen habe und der Hangout-Aufzeichnung:

“Open” in MOOCs betrifft:

  • zum einen die Offenheit der Materialien / Inhalte,
  • dann geht es um Offenheit im Sinne von Zulassung (z.B. scheibt dazu Claudia Bremer), und ich würde das ausbauen zu “Zugangsvoraussetzungen” (formaler und informeller Art)
  • und um eine Offenheit als psychologisch-gesellschaftliches Phänomen (transparent sein, “Fehlerkultur”)

Wer will nicht offen sein? offen -  aufgeschlossen – austauschbereit – teilen wollen. Aus dem Hangout hallt bei mir nach (sinngemäß):

Was mit öffentlichen Geldern erarbeitet wird, muss der Öffentlichkeit zugute kommen.

Was man teilt, speist sich in ein System, in dem es besser gemacht wird.

Menschen sollen sich trauen, auch öffentlich Fehler zu machen, wir müssen lernen, mit eigenen Fehlern und denen anderer weniger wertend umzugehen.

Irgendwie – ja.
Aber vor allem: NO!

Was ist mein Problem? Der von mir gefühlte Tenor der Diskussion, wahrscheinlich. Denn:

Ich muss auch Geld verdienen:

Wie geht man den mit Input um, das nicht bereits an anderer Stelle von öffentlichen Geldern bezahlt wurde? Was ich hier (und generell in einem MOOC) schreibe, kann ich nicht mehr verkaufen. Macht in diesem Fall auch nichts. Aber an einem MOOC zur Didaktik von e-Learning-Formaten, zur Konzeption und Moderation von Webinaren o.ä. – nehme ich nicht – oder nur sehr gebremst – teil. Und wäre ich Expertin für Niedrigenergie-Häuser, würde ich in einem Niedrig-Energie-MOOC am ehesten in einem Hangout auftreten wollen und betonen, wie wichtig die individuelle Beratung ist… Es muss ja nicht jeder (c)MOOC einer über MOOCs oder die Zukunft des Lernens sein. Oder?

Martins Ebners (et al) Überlegungen zur “Der-Wert-und-die-Finanzierung-von-freien-Bildungsressourcen” gibt Ideen für OER-Materialien  – und sieht hier auch eine große Herausforderung. Und MOOC-Teilnahme – egal in welche Art “einspeisender Rolle” ist da auch nicht unkritisch – und noch schwieriger zu finanzieren.

Schließt “kommerziell” “offen” aus? Was heißt denn “kommerziell”? Dass sich der Chef eines Weiterbildungsunternehmens seine dritte Yacht damit finanziert? Wir kommen ja noch zu den Geschäftsmodellen… Aber ich würde schon einmal eine Bresche schlagen wollen für: Wer eine Dienstleistung anbietet, darf dafür auch bezahlt werden wollen. Nicht jeder, der nicht ungeteilt JA! zu CC-Lizenzen sagt, disqualifiziert sich für einen MOOC – oder?

Ich will nicht, dass jeder mitmacht.

Martin Ebner sag ganz pragmatisch, wenn er “massive” sein will, dann muss er “open” sein, der MOOC.

Das klingt überzeugend. Und doch: Es wird ja bereits an mehreren Stellen diskutiert, dass für eine Teilnahme an einem MOOC natürlich eine gewisse Medienkompetenz nötig ist, dass man eine bestimmte Art kommuniktiver Mensch sein muss, Transparenz in manchen Punkten nicht scheuen darf – und es wurde auch gefragt, ob das in einem Open Course denn hingenommen werden kann.

In meiner Einschätzung kann man dazu nur JA sagen: Ein MOOC ist nur für solche, die in irgend einer Weise MOOCen wollen und können. Und auch ein thematischer Fokus ist natürlich in gewisser Weise ausgrenzend. Aber es soll ja auch funktionieren. Man muss ja auch eine Basis haben, auf der sich die Beteiligten bewegen. Ihr wollt eine MOOC, der wirklich für jeden offen ist? Egal wie aufgeschlossen? Egal wie medienkompetent? Wie vorgebildet? Egal wie was auch immer? Der MOOC findet offline statt – und ist das Leben.

Randnotiz: Spannend fand ich zu beobachten: “Nur “zuschauen” oder mitlesen wird in dieser Woche (im Hangout v.a.) weniger akzeptiert. Ist auch schwerer: Als eine Notwendigkeit des Offenen wird angeführt, dass auch ins System zurück-gespeist wird.

Ich will nicht die Gesellschaft MOOC-fähig machen.

Wahrscheinlich bin ich keine Rebellin des Lehrens. Ich möchte nicht die Gesellschaft verändern, damit ich einen MOOC machen kann. Ich lebe in einer Gesellschaft und möchte ausloten, ob/unter welchen Umständen man für und mit Menschen aus dieser Gesellschaft einen MOOC machen kann. Das heißt nicht, dass man aus meiner Sicht keine MOOC-Einführungen oder technischen Hilfestellugen geben sollte.

Ton Zijlstra sagte im Hangout: “Menschliche Eigenschaften sind die Grenzen des Offenen”. Es ging u. a. darum, wie viel man reingeben mag, ohne etwas davon zu haben und wie man mit der entstehenden Transparenz umgeht.

Das finde ich schön auf den Punkt gebracht. Die einen kommen da vielleicht zu dem Schluss, dass man dann an den menschlichen Eigenschaften arbeiten muss – für die mittelfristige Planung würde ich mich darauf konzentrieren, wie diese Eigenschaften aussehen und wie man mit den damit verbundenen Grenzen konstruktiv für einen MOOC umgehen kann.

Soweit – ganz offen,
Jasmin

 

Didaktik? Von MOOC-Design und MOOC-Moderation

In Didaktik-Workshops ist mir immer sehr wichtig zwischen Design/Konzeption und Moderation (von Webinaren, online-Seminaren etc.) zu unterscheiden.

Das hilft mir auch hier – auch vor dem Hintergrund der Diskussion mit Jutta Pauschenwein, Ellen Trude, Martin Lindner, Joachim Happel, Heinz Wittenbrink – auch Boris Jäger – und bestimmt noch vielen mehr… auf G+ und in den Blogartikeln & Kommentaren, die zu suchen (,um sie zu verlinken, was sicher gut wäre,) ich leider keinen Nerv habe.

Wie Joachim Wedekind im Didaktik-Hangout sagt (stark verkürzt):
Eigentlich könnte man meinen: Keine festen Ziele – also keine Diskussion um Methoden und Lernerfolgskontrollen – also keine Didaktik. Aber so ist es nicht und bestehendes didaktisches Gedankengut ist natürlich auch für MOOCs hilfreich.

mögliches Elemente eines MOOC Designs

Der Blick auf das Design/die Konzeption führt zum immer wieder benannten Aspekt: Ein MOOC steht unter dem Licht der “Ermöglichung”. Für die Didaktik heißt das in meinen Augen: Konzeptionell eine “Ermöglichung” vorsehen.

Das kann konkret bedeuten:

Input anbieten – eine Auswahl aus:

  • Links
  • Texte…
  • Impulsbeiträge (habe ich hier im MMC13 zum ersten Mal gesehen – sehr schöne Idee)

Kommunikationskanäle anbieten – eine Auswahl aus:

  • Blograum
  • automatische Blogaggreation
  • Twitterkanal
  • Google+ Community
  • Hangouts/Live Sessions
  • WIKIs
  • Foren

ggf. weitere Kommunikationskanäle zulassen oder dazu anregen: selbstorganisierte Live Sessions, Foren, WIKIs…

Das Zusammenspiel der gewählten Elemente sorgfältig abstimmen und kommunizieren, Aspekte der Usability berücksichtigen.

Das könnte es “schon” sein an Didaktik. Ist ja selbstorganisiertes Lernen.

Aber Peter Ador sagt im Hangout z. B. “Es ist doch didaktisches Geschick nötig, um all das zu dokumentieren, was hier zusammen kommt.” (so in etwa). Ah – das ist auch schon eine Brücke zur Moderation: MOOCs können über das reine Ermöglichen hinaus gehen – und/oder das Ermöglichen kann für einzelene Teilnehmedne effektiviert werden:

mögliche MOOC-Moderationsaufgaben

Was ist also drin im Bereich Moderation?

Vorweg: Ich finde es nicht wichtig, zu entscheiden, ob/welche Art Moderation für einen MOOC nötig ist, zur “MOOC-Definition” gehört.

Ich suche nach dem Potenzial, aus dem man dann je nach Fragestellung und Zielsetzungen (von Veranstalterseite) Elemente nutzbar machen kann. Ich sortier mal – meiner Vorstellung von didaktischer Betrachtungsweise entsprechend – nach möglichen Zielbereichen (die ich jetzt mal aus der Hüfte schieße):

Dokumentation/Ergebnissicherung

  • inhaltliche Zusammenfassungen schreiben, schreiben lassen (Reflektoren-Rolle), anregen
  • Linklisten erstellen (oder Aufttrag vergeben/anbieten), ggf. thematisch sortiert
  • Sitemaps/Pearltrees erstellen, erstellen lassen, anregen
  • Ergebnis-WIKIs zu Einzelthemen erstellen, erstellen lassen, anregen
  • alles, was in der o. g. Struktur nicht autotisiert passiert (z. B. ggf. von Hand Blogartikel aggregieren)

Aktivierung

  • Feedback zu Beiträgen der Teilnehmenden (prinzipiell wohl auf allen Kanälen möglich) (“einladend, nicht ausgrenzend sein”, sagt Dörte Giebel im Didaktik-Hangout z.B.)
  • Mailings/Newsletter mit Hinweisen auf besondere Beiträge, Ergebnisse, Events etc.
  • auch hier: Zusammenfassungen (als “Einsprungschneisen”, wie Dörte Giebel es genannt hat)
  • Events: online-Live-Sessions, Präsenztreffen…

Qualitätssicherung (heikler Bereich natürlich, wer kann alles lesen und kann/darf auf welche Weise Qualität feststellen?)

  • auch hier: Zusammenfassungen
  • auch hier: Reflektoren-Beiträge
  • Feedback zu Beiträgen der Teilnehmenden
  • Bemühen um Ausgewogenheit durch aktives Einholen / Einbingen von Gegenmeinungen, Aspekten aus noch nicht (ausreichend?) bedachten Bereichen

… (wem fällt da noch mehr ein?)

Natürlich hängt das eng mit dem Design/Konzept zusammen und überschneidet sich in einigen Punkten. Fokus der Moderation in meinem Sinne ist jedoch: Das, was im MOOC-Verlauf getan wird (im Gegensatz zu strukturgebend wie das Konzept/Design) – was die Veranstalter für die Verlaufzeit kalkulieren müssen. Als eigene Aufgabe oder als Aufgaben, die rechtzeitig delegiert werden – oder die – als “nice to have” – den Teilnehmenden als Aufgabe angeboten werden.

Moderiert und offen?

Jenseits der Definitionsfrage: Ich glaube, das geht nicht. Eine Moderation wie oben beschrieben, wird konzeptionell mitgedacht.

Wenn ein MOOC wirklich offen ist – also im Prinzip beliebig viele aktiv Teilnehmende haben kann – ist keine der oben genannten Moderationsaufgaben mehr ausführbar, wenn man damit ernsthaft übergeordnete Ziele anstrebt.

Es sei denn, man provoziert oder organisiert das Bilden von Untergruppen und arbeitet dann mit Teil-MOOCs… Untergruppen-MOOCs  – klingt in meinen Ohren aber irgendwie absurd…

Aber was heißt schon “wirklich offen” – Wahrscheinlich hat keiner von uns einen cMOOC mit 2600 Teilnehmenden oder so vor, oder? Dann ist das wohl eine eher theoretische Frage.

Das als Beitrag zu konkreter Planungs- und Kalkulations-Arbeit, die MOOCs mit sich bringen.

Euch grüßt: Jasmin

MOOCen wider willen

Grafik: nichts hören, sehen, sagen...?So hatte ich mir das eigentlich vorgestellt mit dem MMC13 für mich:

Nicht schauen, nichts sagen, nichts hören…

 

Ich werde hier nicht MOOCen, weil:

Dörte Giebel und Monika König, die ich aus/seit dem OPCO11 “kenne”, haben mIch gefragt, ob ich einen Impulsbeitrag schreiben würde. Ich habe mich über die Anfrage sehr gefreut, hatte gleich die Gegenüberstelltung im Kopf, die es dann ja auch geworden ist, große Lust, sie zu formulieren – und hatte ansonsten nicht vor, mich mit diesem MOOC viel zu beschäftigen. Denn: Die Don#t MOOC-Seite des Impulsbeitrags kommt ja nicht von nichts… Und: Ich kann nicht.

I have work to do! Ich muss Geld verdienen. Ich hab Familie. Ich muss auch mal schlafen. MOOC hat nichts mit dem zu tun, was gerade auf meiner TOP 28-oder-so-Liste steht.

Doch, ich werde hier MOOCen, weil:

Und jetzt? Jetzt habe ich oftmals ein Stündchen auch ein Twitter-Fenster auf, habe in XING meinen Blog eingebunden, mich nochmal in die Google+ Logik eingedacht (dort noch immer meinen Blog nicht einbinden können…), ich schau zwei drei mal täglich auf die MMC13-Blog-Aggregator-Seite…, check viel viel häufiger Mails und Twitterwall…, twittere selbst wieder (das hätte ich nun wirklich nicht gedacht…), schau und höre mir all die kleinen Basteleien an… – und bin angerührt wie Oma auf dem Adventsbasar, die sich anschaut, was für liebevolle Dinge entstanden sind.

liebevolle BasteleienIch schüttel gleichzeitig den Kopf und frag mich, wie man Zeit und Nerven dafür finden kann, all sowas zu tun, ob das inhaltlich getrieben ist oder legitmiertes Spieltrieb-Ausleben.

Und dennoch – oder gerade deshalb – bewundere ich vor allem die “Tool-Ausprobierer”, merke, wie gerade das nicht so Zielgerichtete den MOOC so persönlich macht, wie es ansteckt, auch auszuprobieren und damit zurückführt zum Inhaltlichen.

Ich ärgere mich auch schon wieder, dass ich nicht wirklich diskutieren kann, wenn an 629 Stellen kleine Happen liegen – und jeder Versuch, das zusammenzuführen ein weiterer Happen ist, der wieder irgendwo zusammen geführt werden wird…

Aber eigentlich ist das alles irrelevant, denn ich habe gar keine Wahl: Sobald ich persönlich angesprochen werde in so einem MOOC, kann ich nicht mehr nicht MOOCen.

Grafik: Community-FalleSobald jemand in einem MOOC, in dem ich die Leute direkt angesprochen habe, auf meinen Beitrag antwortet, auf meine Gedanken Bezug nimmt, meinen Namen nennt, fühle ich mich… – verantwortlich? unwiderstehlich eingeladen?…?

Schnapp: Community-Falle. Community-Geschenk.

Also gut, meine Ziele?

Nützt nichts. Jetzt bin ich also drin. Dann denk ich also über meine Ziele nach:

Vorweg: Ich habe keine primär inhaltlichen Ziele, die mit MOOCs zu tun haben. Das mag jetzt verwundern… aber ich habe ja geschrieben, wie ich hierher geraten bin… Im Prinzip könnte das jetzt auch ein MOOC über “Fotosynthese” sein, über “die Freiheit der anders Denkenden” oder über “Elemente des Barocktheaters in der Europapolitik”…

  • Ich will mich hier einlassen auf die Leichtigkeit, mit der getwittert wird, aufeinander Bezug genommen wird, Formate ausprobiert und veröffentlicht werden – um mir davon eine Scheibe abzuschneiden.
  • Wie schon in den letzten MOOCs möchte ich den Tool-Tipps nachgehen und sie ausprobieren, auch um sie ggf. als hilfreiche Elemente fürs e-Learning weiterzugeben (ah – Schnittstelle zu den TOP 28-Prioritäten!).
  • Und wo ich dann schon einmal da bin, möchte ich Diskussion anheizen – vor allem, wo MOOCs so sehr euphorisch betrachtet werden. Bei MOOC-Skepsis hilft wahrscheinlich eh nur eine gute MOOC-Erfahrung zur Inspiration (so erlebe ich es jedenfalls gerade ;-)).
  • Dann möchte ich Kontakte vertiefen und neu knüpfen: Mit welchen Akteuren/innen in der e-Weiterbildungswelt kann ich mich mal zusammentun? Was könnten wir Sinnvolles zusammen auf die Beine stellen?
  • In dem Zusammenhang – und darüber hinaus – möchte ich sehr sehr gern mal wieder ein bissschen “Serendipität“: Zufällig auf Themen/Erkenntnisse/Events stoßen, mich treiben lassen, Ideen entwickeln für Beratungsangebote, Workshops oder oder (noch eine Schnittstelle zu den TOP 28-Prioritäten!)- und zweckfrei Spielerein.

Na gut, damit krieg ich so ein zwei Stunden am Tag legitimiert… und versuche, dass es nicht mehr werden.

Euch grüßt, Jasmin

#MMC13 Impulsbeitrag Wo 1: (Don’t) MOOC!

Willkommen im MoocMakersCourse 2013!#MMC13 Impuls zu Woche 1

Und hier ein Impuls zur ersten Woche des #MMC13 - ich freu mich auf und über  Zustimmung, Ablehnung – Mitdenken und den Austausch dazu:

Kommt alle und MOOCt!

Ein MOOC ist die einzigartige Gelegenheit, mit engagierten Gleichgesinnten zu eigenen Fragestellungen weiterzukommen. Flexibel, so intensiv, wie man es kann/möchte und dabei nachhaltig durch Dokumentation und Kontakte. Was will man mehr von einem Lernprozess?

Massive: Willkommen, ihr über 150 Teilnehmenden. Da werden wunderbar viele Perspektiven, Erfahrungen, Fragen zusammen kommen.
Du bist Fremdsprachenlehrer, Personaler, Marketingmensch, Hochschuldozent/in, Trainer/in, Student/in, MOOC-Erfahrene/r, MOOC-Newbie, MOOC-Teilnehmende/r, MOOC-Meta-Betrachter/in. Das verspricht eine multiple Beleuchtung des Themas. Potenziert mit der Anzahl der klug gewählten Themen, kann das nur spannend und “win-win” für alle Beitragenden werden.

Open: Kostete nicht nur kein Geld – ist auch offen in vielen anderen Hinsichten: Traust du dir ein bisschen selbstorganisiertes Lernen zu, gibt es keine Schwelle mehr: Du bist willkommen als Alter Hase wie als Neueinsteiger, du kannst twittern, bloggen, eigene Google-Hangouts organisieren – oder liest eben einfach auf der gebookmarkten Seite zum Kurs. Wenn du was nicht weißt oder kennst, recherchierst oder fragst du eben. Welches Vorwissen wer hat oder welches Amt wer bekleidet: ganz egal. Das Thema hält zusammen. Das ist gelebte Gleichberechtigung.

Online: Dich erwartet eine faszinierende Vielfalt an Präsentations- und Kommunikationswegen. Und du kannst sie nutzen, wo auch immer du bist. Kurz mal zwischendurch oder konzentriert ein paar Stunden am Stück; daraus ergeben sich unterschiedliche Beitragsformate, die sich sehr befruchten können: spontane Kommentare, die vielleicht auch mal polarisieren, gut recherchierte Beiträge, die zum Weiterdenken einladen. Und das von überall. “Online” schafft hier auf vielen Ebenen Vielfalt.

Course: Du bist eingeladen deine Lernziele selbst zu setzen – nicht andere verordnen dir, was du zu dem Thema wissen und können sollst. Du steuerst deine Aktivitäten im Rahmen der angebotenen Methodenvielfalt – und durch das asynchrone Format – kannst du Erkenntnisse und Wissen vielleicht auch gleich dem Praxistest unterziehen – und mit Fragen ganz anderer Qualität hier weiterarbeiten. Das beste Rezept gegen träges Wissen – und wenn die “MOOC-WG” funktioniert – dann wird es an Commitment und konstruktivem Peer-Feedback nicht mangeln. Ein didaktisches El Dorado erwartet uns!

Auf geht’s!

Don’t MOOC!

MOOCs sind ein neu inszenierter pseudo-intellektueller kollektiver Zeitvertreib der Bildungswelt. Vielleicht anfangs noch eine willkommene Nachhilfestunde in Social Media, aber dann vor allem eine angesagte Art, seinen online-Kontakte- und Bookmark-Friedhof zu erweitern.

Massive: Über 150 Leute glauben in diesem MOOC, sie würden sich an einem thematischen Austausch beteiligen. Fast erleichternd zu ahnen, dass (abgesehen von den Organisatoren) nachher eh nur so um die zehn Leute kontinuierlich aktiv sind.Und wenn es mehr Austausch wäre? Dann triffst du eine Auswahl entlang deiner eigenen Fragen und Vorannahmen – und wirst weiterhin im eigenen Saft schmoren. Dann aber mit dem seligen Gefühl, dass deine Einschätzungen Ergebnis eines vielseitigen Austauschs seien.

Open: Erstmal anmelden, “kost ja nix”. Dann mal gucken und dann schauen wir mal. Vielleicht bist du auch schon wieder raus, bevor du die ersten drei Bookmarks gesetzt hast.

Oder aber du merkst, dass du hier prima zu deinen Fragestellungen Wissen und Erfahrungen an- und abzapfen kannst. Die Diskussion ums Thema hat ja ergeben: Lurken (“zuschauen” ohne beizutragen) ist keine Schande, sondern eine legitime Freiheit. Vielleicht steigst du auch bald wieder aus, weil du nicht siehst, wo hier dein Teil vom “win-win” ist.

Online: Das kann auch heißen: Wer’s nicht hinkriegt, kommt wohl von der anderen Seite der “digital gap” und/oder kann sich nicht organisieren. Aber “überall und jederzeit” wird auch schnell zu “nie und nirgends”, weil andere Dinge eben zu bestimmten Zeiten getan werden müssen.

Also: Du scheust die Verantwortung für den Lernprozess anderer? Dann mach einen MOOC. Hier ist ja der Teilnehmende selbst verantwortlich.

Course: Course? Dir werden Themen, Fragen und Materialien angeboten – ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder Ausgewogenheit. Du kannst zwischen vielerlei Darstellungs- und Kommunikationswege wählen. Wie weit das MOOC-Basis-Navi, das hier als bemerkenswerter Sonder-Service mit angeboten wird, dich dabei unterstützt, kann vorher niemand wissen. Du musst selbst Methoden für dein Lernen finden und weißt nachher vielleicht nicht, ob du deine Ziele (hattest du welche?) erreicht hast. So gesehen, kann man sagen: Das ganze Leben ist ein MOOC. Ein “blended MOOC” – mit offline-Phasen.

Und das heißt für effiziente Lernprozesse: Don’t MOOC!

TOP 4 e-Learning Themen diesen Herbst

“E-Learning-Stand der Dinge” in diesem Konferenz- und Tagungsherbst.

Das “innere Büro” zu verlassen und aufzuschauen, ist ja meist gewinnbringend auf vielen Ebenen. Ich tu das gern in größeren Intervallen – nicht (nur), weil ich es nicht anders schaffe, sondern vor allem, weil ich meine, Entwicklungen auf diese Weise deutlicher wahrzunehmen.

Vier Bereiche, die mich angeregt haben:

  1. Intensive Auseinandersetzung mit “Mobile Learning”
  2. Interessante Wahrnehmungen des Status Quo zum e-Learning Einsatz in der Aus- und Weiterbildung
  3. Weiterhin vergleichsweise wenig moderiete, kooperative e-Learning-Formate
  4. Umgang mit Open Educational Resources (OER)

zu 1)  Intensive Auseinandersetzung mit “Mobile Learning”

Ein Kollege in der e-Learning Beratung für Unternehmen hat seinen Fokus deutlich in Richtung mobile Learning Systeme verlagert. Vor allem Außendienstmitarbeiter brauchen Lösungen, die überall und sofort einsetzbar sind:

  • Keine Hochfahr-Zeiten, kein Einloggen (= die zehn Minuten beim Kunden nutzen können, die man auf den Ansprechpartner wartet)
  • “Learning on the job” durch Ressourcen, auf die man ohne jedes zeitliche/technische Hindernis zugreifen kann.

Das war auch Tenor beim Hamburg-Tag der “Conference Tour Weiterbilden 2.0”  am 17.10.2012.

Nachvollziehbar. Für Außendienstler. Und “Learning on the Job” – auf Baustellen, am Krankenbett etc. Da ermöglicht Mobile Learning einige Lernprozesse erst – andere Lernprozesse werden vereinfacht.

Das Format wird viel diskutiert – auch auf der “Conference Tour“. Vor allem geht es um technische Lösungen und Schwierigkeiten bei der Einführung, die oft auch in erster Linie als technische Schwierigkeiten wahrgenommen werden.

Es ergeben sich beeindruckende technische Möglichkeit. Doch auch hier sollte man die Frage stellen: Sind diese beeindruckenden Lösungen Lösungen für die eigenen Probleme? Bei aller Faszination, sollte man weiterhin “konservativ” auch weiterhin an die Fort- und Weiterbildung denken, die davon profitiert, dass man sich Zeit für den Lernprozess reserviert, an der man an einem Rechner (egal wo, Hauptsache konzentriert) liest, verinnerlicht, reflektiert, Aufgaben löst.

Die Apotheker in unseren Campus Pharmazie-Seminaren z.B. profitieren von der zeitlichen Flexibilität – aber vor allem von der Verzahnung von Brainstorming, Input- und Reflexionsphasen. Wenn ich da einen Wunsch haben darf: Dann bitte, dass diese Lernkultur, die Zeiten zum Nachdenken, zur intensiven Auseinandersetzung und Innehalten fordert, nicht zu den Akten gelegt wird.

Zu 2.) Interessante Wahrnehmungen des Status Quo zum e-Learning Einsatz in der Aus- und Weiterbildung

Im Zusammenhang mit einer Podiumsdiskussion auf der 9. wbv-Fachtagung in Bielefeld am 24. Und 25.10.2012  habe ich mich mit dem Bericht der Projektgruppe Bildung und Forschung der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft des Deutschen Bundestags beschäftigt.  Er war auch Thema auf der “Conference-Tour Weiterbilden 2.0
Link zum Bericht PDF – (1,5 MB)

Der Bericht kommt bzgl. des Einsatzes von Informations- und Telekommunikationstechnologien in der Aus- und Weiterbildung zu dem Ergebnis: “Die tatsächliche mehrwertschaffende Nutzung digitaler Medien bleibt allerdings weit hinter den mit dem Einsatz dieser Medien verbundenen Erwartungen zurück.” “Das mit digitalen Medien verbundene Potenzial an informations-, Kommunikations-, Lehr- und Lernmöglichkeiten ist allerdings noch längst nicht ausgeschöpft”. Es wird ausgewertet, wie digitale Lernmedien in der Erstausbildung genutzt werden, welche Auswirkungen sie auf die Struktur und Organisation der Aus- und Weiterbildung haben, welche Rolle überbetriebliche Ausbildungsstätten spielen.

Es ist wahrscheinlich wichtig, einen Status Quo festzustellen, um zu sehen, wo Potenzial liegt, und um Auswirkungen von Fördermaßnahmen messbar zu machen. Doch der dargestellte Status Quo darf nicht als zwangsläufig gesehen werden – und dass Erwartungen an den e-Learning-Einsatz nicht erfüllt werden, ist nicht zwangsläufig eine Aussage über die Möglichkeiten des e-Learning (was der Bericht auch nicht so benennt).

Vielleicht sind auch die Erwartungen unangemessen – oder das Potenzial konnte nicht optimal genutzt werden. Hilfreich wäre ein differenzierter Blick auf e-Learning Formate und deren jeweiligen Nutzen, Aufwand und Anforderungen an die Einführung.

Aus dem aktuellen Bericht kann man als Unternehmen / Weiterbildungsanbieter daraus kaum konkrete Schlüsse ziehen. Was in welchem Maße genutzt wird, hängt von vielen Faktoren ab. Wer davon ausgeht, zum e-Learning gehören in jedem Fall aufwändige Animationen und Filmproduktionen, kommerzielle Lernplattformen – dann braucht man natürlich auch finanzielle Ressourcen, die sich erst in größeren Unternehmen mit Blick auf größtmögliche Nutzergruppen  aufbringen lassen.

Wer Lösungen in Betracht zieht, in denen nach sorgfältiger Auswahl und Formulierung von Lernzielen auch technisch einfacherer Methoden gefunden werden (z.B. in moderierten kooperativen Formaten), kann damit auch für kleinere Zielgruppen Lernprozesse effektiveren, komfortabler gestalten – oder erst ermöglichen. Das würde in vielen Kontexten einen Einstieg erleichtern und das Potenzial nutzbar machen.

zu 3.) Weiterhin vergleichsweise wenig moderiete, kooperative e-Learning-Formate

Nach wie wird als große Herausforderung im e-Learning die Motivation der Lernenden benannt. Das liegt nicht nur am Format – auch an den Rahmenbedingungen und daran, dass viele Lerner “Geschickte” sind, dich sich nicht selbst für das Angebot entschieden haben.

Was das e-Learning selbst betrifft, setzt man für Motivation viel auf Animationen, ansprechende Aufbereitung, anregenden “Methodenmix” – oft im Sinne von: Wechsel von Text, Bild, ggf. Film, Tests –  obwohl parallel zunehmend wahrgenommen wird, das vielfach schlicht aufbereitetes Material den Lerner stärker und nachhaltiger anspricht (vielfache Hinweise z.B. auf Produktionen der Khan Academy , Common-Craft-Filme  – und deren Überzeugungskraft durch Authentizität und Originalität).

Immer wieder mit großem Staunen wird die Lösung moderierter und kooperativer Lösungen aufgenommen.

Eine moderiertes Format braucht erhebliche Ressourcen, das muss in die Planung und Kalkulation einbezogen werden: So etwas kostet viel Geld – und es muss auch erst einmal jemand gefunden werden, der online-Lernprozesse moderieren kann.

Weil es mein Steckenpferd ist, noch einmal in Kürze: Welchen Mehrwert kann Moderation und ein lernendes Miteinander in online-Lernprozessen gegenüber Lösungen bieten, in denen Lerner  sich zwar jederzeit und überall – aber ohne echtes Gegenüber mit Inhalten auseinander setzen?

  • Ziele auf der Ebene von Handlungs- und Anwendungskompetenz können erreicht und geprüft werden
  • Geringe Drop-Out Rate
  • Einbeziehen individueller Erfahrungen und Denkweisen zum Nutzen aller.
  • Geringere Gefahr, dass fehlerhafte Vorannahmen (“Misconceptions“) nicht erkannt und korrigiert werden.

Abhängig von Zielsetzung und Unternehmenskultur kann dieses Format oftmals von der (und sei es nur der gefühlten) Notwendigkeit entbinden, Lehrmaterial aufwändig zu produzieren – doch vor allem ermöglicht es, bereits bekannte Probleme zu lösen und anspruchsvollere Ziele zu erreichen.

zu 4.) Umgang mit Open Educational Resources (OER)

Aus den Anregungen eines Interviews, um das Monika Zandra im Nachgang zu OPCO 12 http://opco12.de/ gebeten hat, aber auch durch Aktivitäten von Karlheinz Pape  auf der Conference Tour wie auch auf dem Educamp in Bielefeld vor einem Jahr, denke ch immer wieer aktiv über OER nach.

Frau Zandra fragte, was meine Wünsche wären bzgl. OER im Sinne von “Inhalte, die online zur Verfügung gestellt und für den Lernprozess genutzt werden könnten”.

Da das ja alles sein kann, was im Internet veröffentlicht wird, würde ich nicht von außen steuern wollen, auch wenn ich könnte. Aber es wäre begrüßenswert, wenn sich bei “Autoren” zunehmend eine Kultur etablierte, einen Internet-Inhalt als “Veröffentlichung” wahrzunehmen – und also z.B. deutlich zu machen, auf welchen Fakten, Erfahrungen, Grundlagen ihre Aussagen beruhen – und was vorwiegend individuelle Einschätzung / Meinung ist. Ggf. auch, auf wessen Gedanken etwas fußt, Zitate kenntlich machen.

Wünsche würde ich vor allem an Nutzer von Internetquellen richten (die Lehrenden die sie einsetzen, aber auch die “Endkunden”): Inhalte kritisch hinterfragen, mit sich selbst kritisch sein: Welche Vorannahmen bringe ich mit und wie beeinflussen die meine Recherche? Wie kann ich jenseits meiner Vorannahmen ggf. Einblick in eine größere Bandbreite an Perspektiven und Einschätzungen bekommen?

Karlheinz Pape fragt, welche Rolle der Lehrende jenseits der Inhaltsentwicklung sinnvoll ausfüllen könnte? Welche “Learner Services” angeboten werden können, wenn man feststellt, dass Inhalte doch gar nicht mehr produziert werden müssen, weil sie in manchen Fällen bereits in guter Qualität vorhanden sind.

Neben der Rolle des Lernbegleiters, die man ja an vielen Stellen schon seit einigen jahren zu etablieren versucht wird, könnte das in meinen Augen auch sein:

  • die Qualität der Materialien einschätzen helfen,
  • Aspekte einbringen, die ein vollständigeres, kritischeres Bild ermöglichen,
  • den Lernenden klar machen, dass man sich in Hinblick auf online-Inhalte eben nicht viel wünschen kann – sondern von kritischer Nutzung profitiert.

Was sehen Sie in der e-Learning-Welt, wenn Sie das “inneren Büro” verlassen?
Über Fragen oder Anregungen zu meinen “TOP 4″-Themen freu ich mich und
grüße in den Herbst,

Jasmin Hamadeh

e-Learning-Konferenzplanung Herbst 2012

Liebe e-Learning und e-Teaching Mitstreiter/innen,

vielleicht sehen wir uns?

Auf der 9. wbv-Fachtagung in Bielefeld? Am 24. und 25.10.2012.
Ich freu mich neben persönlichen “Bekannten ” (Patricia Arnold, Dörte Giebel, Uli Iberer) sehr auf die vielversprechend praxisnahe Referentenbesetzung – und eine erwartbar engagierte und aufgeschlossene Teilnehmerschaft.

Oder auf der Conference Tour Weiterbilden 2.0 ? Z. B. am 17.10. in Hamburg oder am 27.11. in Berlin?
Wer reine Vortrags-Konferenzen eigentlich interessant, aber zu wenig interaktiv  und wenig vernetzend findet  – andererseits Barcamps für spannend und lebendig hält, aber zu wenig zielgerichtet, könnte hier das Beste aus beiden Welten kriegen. Schauen wir mal.

Ich freu mich auf den Austausch,
vielleicht sehen wir uns hier oder dort…
Jasmin Hamadeh

der LA-Kategorien-Generator

Learning Analytics: Wir sammeln, was mit dem Lernprozess zu tun hat.
So geht es nicht. Denke ich, je mehr ich dazu denke.

Die entsprechenden Seiten im Horizon Report, die Live-Session, Blogbeiträge und weiterfühenden Links / Artikel beziehen sich auf viele sehr verschiedene Dinge. Über die kannman m. E.  nicht generell einen Eimer Datenschutz-Sorge oder Lob auf Lerner-Unterstützung oder Unwohlsein wegen Hochbegabten- oder Lehrpersonal-Zusatzanforderung etc. ausschüttten.

Um was für Kategorien geht es hier? Und warum sind die nicht über einen Kamm zu scheren? Hier ein erster Kategoriesierungsversuch:

A Zielpersonen im Fokus der Datensammlung / Analyse

  1. der einzelne Lerner
  2. eine “Lern-Kohorte” (Teilnehmer eines Seminardurchlauf, eine Klasse zu einer Lerneinheit u. ä.)
  3. übergreifend: alle Teilnehmer eines Seminars / Programms / einer Lehrveranstaltung – in all seinen oder mehreren Durchläufen)

B Auswerter: Für wen werden die Daten oder die Ergebnisse der Analyse in erster Linie erstellt?

  1. für den individuellen Lerner
  2. für den Lehrenden
  3. für die Bildungsanbieter
  4. für allgemeinere Forschungungszwecke

C Zielrichtung: Was soll mit der Analyse erreicht werden?

  1. Bewertung des Lernfortschritts/-erfolges
  2. Vergleich der Leistungen
  3. Rechtzeitig über mögliche Lernschwierigkeiten infomiert sein
  4. Informationen zur Nutzung einzelner Funktionen / Bereiche bekommen (> Optimierung)
  5. Teilnehmer-Vorwissen einbeziehen

Die Elemente dieser drei Kategorien können kombiniert werden:

Die klassische Fragestellung “Kann ein Zertifikat ausgestellt werden?” führt z. B. zur  Betrachtug der Kombination: Zielpersonen im Fokus: einzelner Lerner; Auswerter: Lernerfolg; Zielrichtung: Bewertung des Lernerfolgs

Oder eine Frage wie  “Sollen wir weiterhin in paralleles Bereitstellen von HTML- und PDF-Versionen des Lehrmaterials investieren?” führt  zu einem kombinierten Blick auf: Zielpersonen im Fokus: übergreifend; Auswerter: für Anbieter; Zielrichtung: Informationen zur Nutzung einzelner Funktionen / Bereiche bekommen (> Optimierung)

Bereiche: Tradition – Potenzial – Grau

Tradition: Daraus ergeben sich Bereiche, die es immer schon gab – und oft aus offenkundiger Notwendigkeit, wie Feststellen des Lernerfolgs, um erfolgreiche Teilnahme zu bescheinigen – oder rechtzeitig den Lerner und/oder den Lehrenden auf mögliche Schwierigkeiten aufmerksam zu machen.

Potenzial: Dann ergeben sich neue Potenziale – wie bei der Auswertung des Nutzungsverhaltens durch Auszählen der Klicks und Informationen, von welchen Seiten zu welchen anderen User gehen – im anonymisierten Verfahren bei angemessener Erhebungsmenge sollte das kein Datenschutzproblem sein. Aber auch bezogen auf einzelne Lerner: Z. B. Erreichen die anderen Kursteilnehmer und die Lehrenden ihn über die Lernplattform oder betritt er die Plattform gar nicht?

Grau: Das ist vielleicht schon der Übergang zur Grauzone, wie hier und dort beschrieben: Was macht man mit Informationen über Zeiten, Zeiträume oder Orte des Lernens – in Kombination z. B. mit Blick auf Lernerfolg im Vergleich innerhalb der Gruppe? Kann man wirklich beurteilen, was die Daten bedeuten? Sind sie so vollständig/aussagekräftig, wie man meinen könnte?  (Warum sollte jemand nachts schlechter lernen als tagsüber? Was bedeuten geringe online-Zeiten – wenn jemand  alle Forenbeiträge / Texte ausgedruckt im Zug liest? etc.)

Was kann helfen, mit der Grauzone umzugehen?  Ich sammel hier v. a. schon genannte Aspekte: Verantwortungsvolle, weitsichtige Analyse; Respekt vor Datenschutz; unbedingte Transparenz den Teilnehmern gegenüber.

Fazit

Vielleicht hilft eine z. B. auf diese Weise differenzierende Herangehensweise, genauer zu bestimmen, was unter welchen Bedingungen für wen hilfreich, notwendig oder legitim ist.

Manche Einschätzung mag nur zutreffen für den Bereich Zielpersonen im Fokus: “eine Lern-Kohorte”, anderes nur für Auswerter “Lerner” – wieder anderes nur für die Kombination aus A2 und B3 und C2 etc.

Willkommen, wer hier die LA-Kategorien mitdenken, ausbauen oder umbauen mag.

“Mit diesem Thema verlassen wir die Komfortzone”, sagt Jochen Robes einleitend in der Live-Session. Prima! Das fühlt sich gleich viel OpCo-iger an…

Es grüßt
Jasmin Hamadeh

Serious Gaming: Zu welchem Problem passt diese schöne Lösung?

Die Beispielsammlungen sind eine wunderbare Quelle  und die Live-Session war anregend. Für mich wird durch die konkreten Beispiele das Potenzial von “online-Spielen in der Lehre” sehr deutlich – und bringt mir persönlich viel größeren Gewinn als  jede Diskussion über Spieltheorien.

Was ich im Wesentlichen daraus mitnehme – für die berufsbegleitende Fort- und Weiterbildung

Wir haben da eine wunderbare Lösung: “Serious Gaming” – zu welchem Problem könnte sie passen?

Gar nicht so schwer zu beantworten, wie die polemische Frage vielleicht nahe zu legen scheint:
Motivation und Anwendungskontext schaffen:

  • Einstiegs- und Durchhaltemotivation (beides gerade in berufsbegleitender Bildung besonders bedeutsam)
  • Anwendungskontext für Lerntypen, die über das konkrete Beispiel den Einstieg / die eigene Relevanz des Themas finden,
  • Weg zum Erreichen von Lernzielen, die über ein “wissen, dass” hinaus gehen und Lerntransfer / Anwendungskompetenz anstreben:
  • Lernen durch Regeln Erkennen
  • Lernen durch das sich Erschließen komplexer Systeme
  • Lernen im Kontext
  • Lernen durch Anwenden

Brücke Spiel und Wirklichkeit

Ich erinnere mich, am Rande an Projekten mit sog. bildungsfernen Jugendlichen beteiligt gewesen zu sein. Die haben tatsächlich engagiert Europa- und Weltreisen-Spiele gespielt und dabei auch wirklich viel gelernt : Man musste ihnen allerdings die Brücke zur “Wirklichkeit” ausdrücklich bauen – und ihnen mitgeben, dass es z. B. diese Länder wirklich gibt, dass in Großbritannien wirklich links gefahren wird etc.

Nur – falls jemand fürchtet, dass hier mal wieder die Lehrenden von der Technik ersetzt werden…

Für bestehende Fort- und Weiterbildungsangebote sehe ich die Einbettung der Spiele in den entsprechenden Lernkontext (je nach Spiel natürlich) als Herausforderung auf Anbieterseite -  und auch Wege der Korrektur und Erläuterung (Qualitätskontrolle, Lernerfolgskontrolle) während des Spielverlaufs.

Was mich mal wieder wundert
Die Frage danach, ob man beim Spielen spüren darf, dass man lernt / ob der Lernhintergrund den “Spielcharakter verdirbt”.

Da ich ja von der Vermittlungsseite komme, ist in meinen Zusammenhängen immer klar: Es geht um eine Lernsituation. Und von der Seite des Lernens betrachtet ist das Spiel ein geschützter Anwendungskontext, in dem ich eine Rolle/Aufgabe habe, die mir hilft zu verstehen und anzuwenden. Und das Ganze hoffentlich freudvoller – als es sich in solchen Definitionen anhört.

Gleichzeitig: Was mich bremst
Ich stricke gern mal was von Hand – und eine Vielzahl didaktischer Methoden lässt sich im e-learning meiner Erfahrung nach ohne großen technischen  Aufwand umsetzen (dafür meist aber mit erheblichen Moderatorenaufwand).

Aber wenn ich etwas “Serious Gaming” nennen würde – dann würd ich es nicht mehr handgestrrickt haben wollen… Und Mittel für etwas anderes hätte ich nicht.

Kann es hier Lösungen mit Bordmitteln geben, die die Grundidee aufgreift, mit der die o.g. Ziele erreicht werden können – und Spaß macht? Ohne wie “Serious Gaming für Arme” auszusehen?

Oder tut man schon genau das, wenn man z. B. Fallbeispiele in Teams bearbeitet und je nach TN-Input  den Handlungsverlauf weiterentwickelt?

Vielleicht kann man – statt nach klaren Abgrenzungungen zu schauen – relevante Elemente identifizieren, die helfen, die eigenen Ziele zu erreichen -  und dann überlegen, wie man die für eigene Formate nutzbar machen kann?

Im ersten Schritt werde ich mich darauf verlegen müssen – und finde die Beispielsammlungen dafür sehr inspirierend. Vielleicht macht jemand von euch/Ihnen das ja auch schon so? Vielleicht gibt es Ideen/Erfahrungen für die kleine Lösung zum Einstieg – die man ggf. später auch vor potenziellen Geldtöpfen mal vorspielen kann, um sie “lecker zu machen”, eine professionellere Variante zu entwickeln… (wenn man dann noch etwas Elaborierteres braucht)?

Mal wieder sehr inspiriert
grüßt Jasmin Hamadeh