Sinnvolle Verzahnung von formalem und informellen Lernen: Nabelschau

Brückenbedürfnis

bruecke_clipartBei dem Lektürestudium zum Thema “formales und informelles Lernen” (im Zusammenhang mit meinen / unseren Überlegungen hier und hier) wächst mein Bedürfnis nach Brücken zum Alltag. Daher hier ein Aufruf zur Nabelschau:

Zielgruppe “e-Learning-Akteure“: An welchen formalen Lernprozessen haben Sie in den letzten ein, zwei Jahren teilgenommen / nehmen Sie gerade teil? “Formal” hier im Sinne von institutionell eingebunden, mit Curriculum / Lehrplan, Lernerfolgskontrollen / Bewertungen und auf irgend eine Weise dokumentiertem Abschluss – auch Anbieter- oder Unternehmensinterne “Abschlüsse”.

Warum nicht einfach mal fragen?

Schauen wir doch mal, wie weit wir kommen – mit einer kleinen anonyme Umfrage dazu.

tafel_aufgabe_clipartZum einen, um aus individuellen Perspektiven mögliche “Unique Selling Points” von formalen Lernprozessen zu sammeln – zum anderen auch, um zu schauen, ob für die Aktivitäten-Bereiche, die ich im Kreis “meiner Leser/innen” – und deren Kreisen – vermute, überhaupt attraktive formale Angebote gibt. Und wenn es sie gibt: Was sie attraktiv macht.

Vielleicht sind Sie nicht sicher, ob Sie” e-Learning-Akteur/in” sind? Ob das, woran Sie teilgenommen haben, nun “formal genug” ist – auch weil ich mich da (noch?) nicht auf Defiitionen festlegen mag. Macht nichts – trotzdem gern mitmachen und weitersagen. Ist ja ein Anfang und gerade die Grenzbereiche, die sich dabei auftun, bergen wahrscheinlich besondere Erkenntnisse. Es geht ja erst einmal um eine Annäherung. Also: Ich freue mich sehr über Ihre Teilnahme und die Verbreitung der Umfrage.

Und dann?

Vielleicht kann man daraus exemplarisch Schlüsse ziehen / Thesen bilden für Gebiete, in denen es keinen etablierten “Kanon”, keine bewährten Curricula o. ä. gibt – und/oder zu einer “medienkompeteten Zielgruppe“, die zudem auch noch in der Lage ist, sich viele Bereiche selbst zu erarbeiten.

Ich sammel bis Ende Mai und gebe im Laufe des Juni hier im Blog weiter, welche Ergebnisse, Erkenntnisse, Thesen, Fragen etc. ich aus den Antworten gewinne.

Und nun zur Umfrage

alte_dame_pc_clipartEgal, ob Sie einen vhs-Kurs zu Photoshop gemacht haben oder einen Social Media MBA, ob Sie ein Wochenendseminar zum online-Schreiben oder eine Webinarreihe zu WORDPRESS besucht haben – füllen Sie gern das Formular aus (6 kurze Fragen).
Gern auch mehrfach – pro Formular immer eine “Schulung”/”Maßnahme” o. ä.

anonyme Umfrage Formales Lernen 2013

In welchem Bereich haben Sie in den letzten ein oder zwei Jahren an einer formal organisierten Fort- oder Weiterbildung teilgenommen?

Wie sah diese "Maßnahme" aus? Zeitraum, Stunden "Lernzeit", reine Präsenz? e-Learning- oder Blended-Learning-Format?

War/Ist das eine unternehmensinterne Maßnahme? Oder bei einem externen Anbieter? (Wenn Sie es weitergeben mögen: Bei welchem?)

Gab es einen Abschluss? Was für einen (IHK-Zeugnis, Haus-Zertifikat, MBA...)?

Was haben Sie dafür bezahlt? Hat jemand (z. B. der Arbeitgeber) die Kosten oder einen Teil davon übernommen?

Warum haben Sie diesen Weg gewählt, statt rein selbstgesteuert zu Antworten, Wissen, Fähigkeiten, Fertigkeiten, Kompetenzen ... in dem Bereich zu gelangen?

Womit beschäftigen Sie sich beruflich schwerpunktmäßig?

Raum für Kommentare

Dank und Gruß von
Jasmin Hamadeh

*alle Grafiken des Artikels aus der Microsoft Clipart-Sammlung

Sinnvolle Verzahnung von formalem und informellen Lernen: Die Reise geht weiter

Ich hatte hier ja bereits geschildert, was mich zu dem Thema bewegt… Jochen Robes hat es in der Diskussion auf Google+ eine “spannende Reise” genannt. Hier die ersten Erlebnisse/Ergebnisse, die Fäden ein bisschen weiter gesponnen:

Die Diskussionen um dieses Thema auf dem educamp Hamburg und der Auftaktveranstaltung der eLearningSummit-Tour in Köln zeigen deutlich:

Die Fragestellung wird von unterschiedlichen Positionen in der Bildungslandschaft sehr unterschiedlich wahrgenommen. Sie entspringt sehr verschiedenen Notwendigkeiten und ist mit sehr verschiedenen Herausforderungen konfrontiert – je nachdem, ob ein Akteur vom Schul-, Hochschul-, Ausbildungsbereich oder von der externen oder unternehmensinternen Fort und Weiterbildungswelt geprägt ist.

Für manche Akteure ist es wichtig, genaue Abgrenzungen zu finden zwischen z.B. informellem, nicht formalem, inzidentellem und selbstgesteuertem Lernen und auch das formale Lernen zu differenzieren in Hinblick auf seine institutionelle organisatorische Einbettung.

Da tut man also besonders gut daran, sich klar zu werden: Was genau ist meine Fragestellung? Wie viel Differenzierung und Begriffsklärung ist nötig – und wo hilft sie, bessere Lösungen zu finden?

Meine Fragestellung:

Für Arbeit in Unternehmen, gleich welcher Größe, braucht man Wissen, Fähigkeiten, Fertigkeiten, Kompetenzen. Wie kommen Menschen zu dem, was sie dort brauchen?

  1. Sie bringen Wissen, Fähigkeiten, Fertigkeiten, Kompetenzen mit.
  2. Sie erwerben es durch Problemlösung im Arbeitsprozess
  3. Sie bekommen es durch organisierten Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen.

Wie können diese drei Bereiche zum Nutzen der Lernenden wie auch der Bildungsanbieter (darunter auch Anbieter innerbetrieblicher Fort- und Weiterbildungen) miteinander verzahnt werden?

(Anmerkung: Das unter Punkt 1) genannte, „mitgebrachte Wissen“ führt zum Themenbereich Anerkennung von Vorwissen und Fähigkeiten etc. Das möchte ich erst einmal außen vor lassen und dort wieder aufgreifen, wo es uns im Zusammenhang mit Punkt 2) „Sie erwerben es durch Problemlösung im Arbeitsprozess“ schnell wieder einholen wird.)

Ich unterscheide für diese Fragestellung schlicht:

Lernangebote im Rahmen von betrieblichen und nicht betrieblich organisierten Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen auf der einen Seite: von und / oder für Unternehmen geplant und durchgeführt. Das nenne ich hier „formales Lernen“. Und auf der anderen Seite, das beruflich relevante Lernen, das der Lernenden selbst gezielt oder beiläufig in Gang setzt oder organisiert. Das nenne ich hier „informelles Lernen“.

Schauen wir, wie weit sich die Schlichtheit dieser Trennung aufrecht erhalten lässt.

Bsp. für informelles Lernen aus den bisherigen Diskussionen:

  • “kollegiale Hilfe”
  • Co-Working Spaces
  • lernen durch Tun: Trial and Error

Bsp. für informelles Lernen mit e-Learning-Komponenten:

  • Homepages erstellen mit Informationen, Anleitungen etc. aus Fachblogs online-Tutorials (z.B. auf Youtube)
  • Indonesisch lernen durch Selbstlernprogramme
  • online Communities of Practise: strukturierte, ggf. moderierte Fach-Diskussionsforen

Auf dem Educamp regte Christian Reuter an, die Szenarien anhand von Unterscheidungsmerkmalen in einer Matrix zu beschreiben. Ich setze seine Anregung hier um – vielleicht generiert es Erkenntnisgewinn:

Abschluss organisiert von Lernorte Zeitrahmen Inhalte Lehr-/Lern-Ziele
Bsp. A
Bsp. B
Bsp. …

Welche Kriterien brauchen wir? Was ist sinnvoll zu unterscheiden für die berufliche Fort- und Weiterbildung? Anregungen willkommen!

Dank an dieser Stelle für den mehrfachen Hinweis darauf, ausdrücklich sowohl die Lerner- und die Anbieterperspektive mitzudenken – und auch auseinander zu halten.

Ansätze für mögliche Szenarien, in denen formales, informelles und selbstgesteuertes Lernen miteinander verzahnt sind: 

Aus dem educamp:
aus der Perspektive “formales Lernen”: 

  • Formale Lernziele (>Curriculum) stimmen oft nicht mit persönlichen Lernzielen überein > für individuelle Schwerpunktsetzung informellen Bereich “anbahnen”
  • generell: Option, in formale Angebote eigene Schwerpunkte/Fragen/Erfahrungen zu integrieren:
  • Formal ist der Abschluss, den ich haben will. (bzw. haben muss) (Abi, Uni-Magister, Diplom, Master of…) – der Weg dahin kann auch jenseits formaler Angebote führen: Beispiel Menschen, die sich außerhalb der Schule aufs Abi vorbereiten.
  • Learn to unlearn!

Spannungsfeld: Lernen ist über formale und informelle und selbstgesteuerte Wege möglich und findet auch auf allen Wegen statt: Bsp: Ziel: Englisch Lernen: Läuft in der Schule formal & informell z. B. via Skype-Diskussionen auf Englisch
> Wir brauchen Lernszenarien, die all diese Wege möglich machen.

Aus der Perspektive des informellen und selbstgesteuerten Lernens:

  • Anerkennung informell erworbenen Wissens/Könnens
  • Lerner für selbstgesteuertes Lernen fit machen
  • Sozialisation der Lernenden mitdenken (wie lernen/erfahren sie in Kindergarten, Grundschule etc. Lernen?)
  • Peer Education

Aus dem eLearningSUMMIT in Köln und der „Sonderausgabe Konferenzband“ des eLearning Journals Ausgabe April 2013

Prof. Dehnbostel: WIKIs, Lerninseln > am Arbeitsplatz „Arbeitsprozesse unter lern-systematischen und arbeitspädagogischen Gesichtspunkten erweitern und zu bereichern.“, Communities of Practice auch als online Communities ermöglichen (ggf. mit zusätzlichen Präsenztreffen)

Norbert Büning nennt auch Lerninseln, WIKIS, Chats, Wissensmanagement-Systeme. Gewinnbringend wird da sicherlich, konkrete Szenarien zu beschreiben, wie diese Elemente in einen arbeitsbezogenen Lernprozess integriert werden können.

Ellen Trude äußert sich kritisch zur Art, wie oftmals digitales Wissensmanagement und Social Media in Unternehmen für Lernprozesse eingeführt und genutzt werden (sollen), formuliert aber einen Ansatz, der ein weites Feld bei den Verzahnungsüberlegungen öffnen kann: in Ergänzung zu klassischem Training wird die „Rolle als Lern- und Netzwerkbegleitung“ und als „Initiator und Moderator von Lernprozessen“ bedeutsam.

Auch Jochen Robes und Karlheinz Pape verweisen in der Google+-Diskussion auf diese mögliche Rolle des Lehrenden und den Blick auf das Unterstüzen, Ermöglichen von Lernprozessen als “(Lerner-)externe Diemstleistung”.

Soweit der Zwischenstand. Die Reise geht weiter. Für die nächste Etappen strebe ich an: Konkrte Beispiele für die Verzahnung und Anfang einer Sammlung möglicher Szenarien – oder zumindest verzahnbarer Bausteine.

Beispiele, Gedanken, Hinweise auf Studien, Best / Common / Bad Practice von euch und Ihnen sind sehr willkommen!

Ganz herzlichen Dank allen, die bisher schon so inspirierend mitgedacht haben,
Jasmin Hamadeh

 

*alle Grafiken des Artikels aus der Microsoft Clipart-Sammlung

das Beste aus zwei Lernwelten

Seminare? Zur Not…

Wie lernen Sie, wenn Sie…

  • Windows 8 verstehen wollen?
  • die neue Funktionen für EXCEL 2013 anwenden können müssen?
  • ein Backup für die WordPress-Seite erstellen sollten?

oder auch wenn Sie

  • Zugang zu klassischer Musik finden?nachvollziehen möchten, wie es zur Gründung der Vereinten Nationen kam…
  • wie die Kunst von Hans Arp einzuordenen ist…
  • einen Zugang zu klassischer Musik finden wollen…
  • Ihr Business English aufbessern müssen…

Ich mach das so

Ich schau im Internet – ganz klassisch über eine Suchmaschine (bei mir ist das Ixquick), ob ich da was finde, das mir zumindest einen Einstieg gibt. Ich suche auch nach Tutorials über youtube. Zur Not gehe ich auch in Fachforen.

Als gut organisierte und disziplinierte Selbstlernerin glaube ich, “den Rest” schaff ich dann selbst – auch wenn das gegen eine Vielzahl meiner didaktische Überzeugungen ist, die ich anderen gegenüber habe, u.a. in Hinblick auf “Misconceptions” und Lernzielebenen…

"eigene Leute online fragen"Finde ich da nicht, was ich suche, frage ich “meine Leute“, ob die eine Idee haben, wo ich was Passendes finde – meist auch über den online-Weg: Mails, vielleicht Twitter, vielleicht eine Google+ Community, wenn es sich thematisch anbietet.

Und wenn es gar nicht anders geht – weil ich nicht finde, was ich brauche – oder merke, dass ich mit dem Angebotenen nicht weiterkomme – dann schau ich vielleicht, ob ich das Thema fallenlassen kann…

Kann ich nicht? Dann würde ich schauen, ob ich ein SEMINAR o. ä. dazu finde. Erst dann. Und nicht, weil ich mich gegen klassische Lehre entschieden hätte oder nicht gern Leute treffe – ganz im Gegenteil! Nur geben das die Umstände im Moment nicht her. Oder anders: Wenn ich mich auf feste Zeiten für Treffen/Kontakte einlasse, dann sind meine Prioritäten: Freunde und sehr ausgewählte Netzwerktreffen.

Das machen viele so, die ich kenne. Ich vermute, das hat etwas Repräsentatives… Da gibt es doch bestimmt Studien zu? Ich freue mich über Hinweise!

Intro – nicht Abgesang

Und ist diese Erkenntnis jetzt der (unoriginelle und schon oft angestimmte) Abgesang auf formales Lernen in Seminaren u.ä.? Nein nein.

Ganz im Gegenteil: Das ist das Intro zu: Wie können wir die gut geeigneten und akzeptierten  Wege des informellen Lernens nutzen, um formale Angebote zu entlasten, effektiver zu machen, attraktiver, günstiger oder oder? Fokus online-Lernen.

Der Plan der Plan

  • Status Quo feststellen: Vorauswahl & Vorauswertung, was zu dem Thema bereits zu finden ist.
  • Sammeln und clustern: Wie wird informell gelernt? S.o. – Arten von Informationsquellen, auch “informelle Formate” wie MOOCs, Fachforen, online-Communities für ein Lernen über reine Wissenvermittlung hinaus – aber auch – für welche Fragestellungen/Zielsetzungen funktioniert das? Wie effektiv? Wie “gesichert” ist die Qualität der “Ergebnisse”?
  • parallel herausarbeiten: Was sind – aus Perspektive der Lernenden – die spezifischen Qualitäten formaler Lernprozesse, was sind ihre USPs?
  • Daraus konkrete Szenarien sammeln, entwickeln, clustern: Wie lässt sich Informelles an formale Angebote koppeln – oder offener: Wie lässt sich aus der Kombination informeller mit formalen Lernprozessen etwas Sinnvolles schaffen? Sinnvoll im Sinne von z. B. “es ermöglicht etwas”, “es vereinfacht etwas”, “es verbessert etwas”.

Ein naiver Plan? Viel zu weites Feld? Mag sein. Andererseiits – das soll nicht zwangsläufig Dissertations-Umfang oder -Charakter haben – und wichtiger als z. B. eine Vollständigkeit der Status-Quo-Recherche sind mir hier greifbare, umsetzbare Szenarien.

ZielsetzungZielsetzung

Szenarien finden und beschreiben, die mit der sinnvollen Kombination aus formalen und informellen Lernprozessen einerseits das Portfolio von Bildungsanbietern sinnvoll ergänzen/verändern  – und andererseits einer Vielzahl von Lernenden adäquate Lernformate von hoher, gesicherter oder zunmmindest transparenter Qualität eröffnet.

Mitdenker/innen willkommen! Ebenso Informationen zu möglichen Schnittstellen zu Vorhaben anderer, zu möglichen Projektmitteln o.ä., gut gemeinte Warnungen und Empfehlungen, Praxis-Beispiele, Links, Impulse.

Oder hat das schon jemand gut aufgearbeitet & erarbeitet, auf dessen Ergebnissen man weiter denken kann – oder gar nicht mehr muss?

Ich werde Zwischenstände bloggen und freue mich auf austauschintensive Monate.

 

*alle Grafiken des Artikels aus der Microsoft Clipart-Sammlung

cMOOC-Andock-Geschäftsmodell

ach so – falls doch jemand an cMOOCs teilnimmt – und sich das als Geschäftsmodell etabliert – dann hätte ich auch noch ein Andock-Geschäftsmodell für uns Freiberufler:

Wir nehmen an cMOOCs teil für Interessierte, die nicht die Zeit / den Nerv haben, in Hinblick auf ihre Fragestellungen mitzumachen.

  • Basispakt: Kernfragen-spezifische Zusammenfassungen
  • Upgrade1: Aktive Platzierung von Auftraggeber-Fragen
  • Upgrade2: cMOOC als Marketinginstrument für Einzelpersonen und Unternehmen (Teilnahme-Profil nach Auftraggeber-Wunsch)

(Wobei nur Upgrade2 polemisch gemeint ist…)

Ein Service, der die individuellen cMOOC-Risiken minimieren hilft… Das hilft dem Format nicht unmittelbar… und wäre keine gute Sache, wenn alle Teilnehmenden so teilnähmen… aber es könnte evtl. extra-Teilnehmende generieren…

Jasmin

cMOOC? Da kommt ja doch keiner.

MOOCs für Offliner, MOOCs für Persönlichkeitsentwicklung, MOOCs für den Fremdsprachenunterricht, für IT-Themen… Ich glaube auch, es ist heilsam, das Thema an konkreten Beispielen zu durchdenken.

(Entschuldigt, dass ich es diesmal nicht geschafft habe, mir vor meinem Artikle einen anständigen Überblick über den Stand der Diskussion zu verschaffen.)

Mit den konkreten Themen formt sich vor meinem inneren Auge auch eine Zielgruppe. Und das führt mich zu der in-die Suppe-spuckenden-Frage:

Glaubt ihr wirklich, dass da jemand mitmacht?

Es geht mir nicht um 150+ Teilnehmende. Aber durchaus darum, eine kritische Menge zu erreichen. Sonst geht cMOOCen nicht. Wie groß die sein muss, darüber haben wir auch zusammen schon viel herum gedacht.

Mein Fazit: Das hängt davon ab…

…wie viele Aktive sich zu einem Theme finden. Und da werfe ich jetzt mal 10 – 15 Teilnehmende in den Raum. Das ist in etwa die Anzahl derer, die ich beim MOOCen bisher ungefähr ihrem Hintergrund und ihren Einstellungen zuordnen kann und mit denen ich mich besonders intensiv beschäftige. Im Rahmen der Möglichkeiten. Die reichen mir/die brauche ich, damit da für mich etwas “rumkommt”. Kann natürlich sein, dass deren Beiträge für mich v.a. dadurch interessant sind, weil sie wiederum von 10 – 15 anderen profitieren, die nicht unbedingt mit “meinen” übereinstimmen… Das macht es noch schwieriger, denn meine These ist:

Es ist schwer, 10 – 15 engagierte Teilnehmende für einen MOOC zusammen zu bekommen. Egal, zu welchem Thema.

Von denen, die das cMOOC Format nicht kennen, wird kaum einer sich einschreiben, und von denen die es dann tun, wird kaum einer kontinuierlich beitragend mitmachen. Wer cMOOCs kennt, fürchtet sich davor, dass es unberechenbar ist hinsichtlich des eigenen “Gewinns” oder Kosten-Nutzen-Verhältnisses.

Können wir Kennzahlen erdenken? Z. B. 10% aller Registrierten sind regelmäßig aktiv. Verlässlich und vernetzend aktiv? Vielleicht mit ca. durchschnittlich 4 Kommentaren und einem eigenen Beitrag pro Woche? Oder, was könnten sinnvolle Kennzahlen sein?

(Wahrscheinlich wieder u. a. abhängig vom Thema: Wer sich bei IT-Themen in einen cMOOC einschreibt, macht vielleicht eher aktiv mit als bei Persönlichkeitsentwicklung?)

Worauf gründe ich diese These?

Ich “botschafte” seit vielen Jahren in Sachen moderierte online-Seminare. In unterschiedlichsten Kontexten habe ich dieses Format mitangeboten: Für mittleres Management, für Trainer, für Apotheker… Überall das Gleiche: Fast keine Drop-Outs – und das in berufsbegleitender Fort- und Weiterbildung (!), die Teilnehmenden-Beurteilung in (wissenschaftlich erarbeiteten) Evaluierungen durch die Bank überdurchschnittlich gut. Und trotzdem: Jede Runde wieder – enorm mühevolle Teilnehmer-Aquise, Multiplikatoren-Überzeugungsarbeit. Selbst, wenn man Seminare günstig in Pilotläufen oder für Test-Teilnehmer anbietet. Oft wirklich schwer, auch nur 10 Teilnehmende zu bekommen. (Nur eine Frage des Marketings? Das war/ist in der Tat nicht immer optimal, aber für manche Zielgruppen hat doch mitunter ein sehr gezieltes, kontinuierliches und “hartnäckiges” Marketing stattgefunden, auch von angesehenen  Anbietern, deren Qualität niemand in Frage stellen würde.)

Was hat das mit cMOOCs zu tun?

Ich stelle mir vor, die Zielgruppe eines cMOOCs zum Thema XY, ist eine Teilmenge derer, die evtl. an einem moderierten online-Seminar interessiert sein könnten: Thematische Fragestellungen, Bereitschaft (Notwendigeit?), online dabei als mehr oder weniger bekanntes Mittel zum Zweck. Vielleicht ein paar Teilnehmende außerhalb dieser Menge durch evtl. kostenlosen Zugang und evtl. dadurch, dass man ja erst einmal gucken kann, ob einem das liegt. Dafür aber deutliche Abzüge durch Skepsis bzgl. der Offenheit, Sorge bzgl. des “individuellen Outcomes”, Abzüge durch “ich kann/möchte nicht twittern / bloggen / G+ nutzen etc.

Ich bin sehr gespannt, was die angedachten Wetten und Pläne bringen – aber genauso skeptisch. Und es wäre mir die allergrößte Freude, hier eines Besseren belehrt zu weden!

Wenn ich an Erfahrungen mit  Alumini-Netzwerken aus online-Seminaren denke, stimmt mich das nicht optimistischer. Welche Formate hatten wir hier noch mit deutlichen Schnittstellen zum cMOOC? Sind da ermutigendere Erfahrungen dabei? Habt ihr Tipps / Bewährtes / Ideen zur Vermittlung des Formats?

Vielleicht kriegen wir da ein paar überzeugende Argumente, aussichtsreiche Marketingwege zusammen? Was ist für interessierte Deutsch-als-Fremdsprache-Lehrende, Persönlichkeitsentwicklungs-Interessierte, SAPler, e-Trainer etc. relevant und überzeugend am cMOOC-Format? Oder ist das komplett themenspezifisch?

Eine erfolgversprechende Teilnehmenden-Aquise muss Voraussetzung eines jedes Geschäftsmodells sein – egal, wer letztlich bezahlt.

Also: Was haben wir?
Sehr gern bereit, Bedenken entkräften zu lassen, grüßt: Jasmin

 

 

Give me an “o”? No!

Meine Kurzzusammenfassung aus dem unrepräsentativen Teil der Artikel, die ich gelesen habe und der Hangout-Aufzeichnung:

“Open” in MOOCs betrifft:

  • zum einen die Offenheit der Materialien / Inhalte,
  • dann geht es um Offenheit im Sinne von Zulassung (z.B. scheibt dazu Claudia Bremer), und ich würde das ausbauen zu “Zugangsvoraussetzungen” (formaler und informeller Art)
  • und um eine Offenheit als psychologisch-gesellschaftliches Phänomen (transparent sein, “Fehlerkultur”)

Wer will nicht offen sein? offen -  aufgeschlossen – austauschbereit – teilen wollen. Aus dem Hangout hallt bei mir nach (sinngemäß):

Was mit öffentlichen Geldern erarbeitet wird, muss der Öffentlichkeit zugute kommen.

Was man teilt, speist sich in ein System, in dem es besser gemacht wird.

Menschen sollen sich trauen, auch öffentlich Fehler zu machen, wir müssen lernen, mit eigenen Fehlern und denen anderer weniger wertend umzugehen.

Irgendwie – ja.
Aber vor allem: NO!

Was ist mein Problem? Der von mir gefühlte Tenor der Diskussion, wahrscheinlich. Denn:

Ich muss auch Geld verdienen:

Wie geht man den mit Input um, das nicht bereits an anderer Stelle von öffentlichen Geldern bezahlt wurde? Was ich hier (und generell in einem MOOC) schreibe, kann ich nicht mehr verkaufen. Macht in diesem Fall auch nichts. Aber an einem MOOC zur Didaktik von e-Learning-Formaten, zur Konzeption und Moderation von Webinaren o.ä. – nehme ich nicht – oder nur sehr gebremst – teil. Und wäre ich Expertin für Niedrigenergie-Häuser, würde ich in einem Niedrig-Energie-MOOC am ehesten in einem Hangout auftreten wollen und betonen, wie wichtig die individuelle Beratung ist… Es muss ja nicht jeder (c)MOOC einer über MOOCs oder die Zukunft des Lernens sein. Oder?

Martins Ebners (et al) Überlegungen zur “Der-Wert-und-die-Finanzierung-von-freien-Bildungsressourcen” gibt Ideen für OER-Materialien  – und sieht hier auch eine große Herausforderung. Und MOOC-Teilnahme – egal in welche Art “einspeisender Rolle” ist da auch nicht unkritisch – und noch schwieriger zu finanzieren.

Schließt “kommerziell” “offen” aus? Was heißt denn “kommerziell”? Dass sich der Chef eines Weiterbildungsunternehmens seine dritte Yacht damit finanziert? Wir kommen ja noch zu den Geschäftsmodellen… Aber ich würde schon einmal eine Bresche schlagen wollen für: Wer eine Dienstleistung anbietet, darf dafür auch bezahlt werden wollen. Nicht jeder, der nicht ungeteilt JA! zu CC-Lizenzen sagt, disqualifiziert sich für einen MOOC – oder?

Ich will nicht, dass jeder mitmacht.

Martin Ebner sag ganz pragmatisch, wenn er “massive” sein will, dann muss er “open” sein, der MOOC.

Das klingt überzeugend. Und doch: Es wird ja bereits an mehreren Stellen diskutiert, dass für eine Teilnahme an einem MOOC natürlich eine gewisse Medienkompetenz nötig ist, dass man eine bestimmte Art kommuniktiver Mensch sein muss, Transparenz in manchen Punkten nicht scheuen darf – und es wurde auch gefragt, ob das in einem Open Course denn hingenommen werden kann.

In meiner Einschätzung kann man dazu nur JA sagen: Ein MOOC ist nur für solche, die in irgend einer Weise MOOCen wollen und können. Und auch ein thematischer Fokus ist natürlich in gewisser Weise ausgrenzend. Aber es soll ja auch funktionieren. Man muss ja auch eine Basis haben, auf der sich die Beteiligten bewegen. Ihr wollt eine MOOC, der wirklich für jeden offen ist? Egal wie aufgeschlossen? Egal wie medienkompetent? Wie vorgebildet? Egal wie was auch immer? Der MOOC findet offline statt – und ist das Leben.

Randnotiz: Spannend fand ich zu beobachten: “Nur “zuschauen” oder mitlesen wird in dieser Woche (im Hangout v.a.) weniger akzeptiert. Ist auch schwerer: Als eine Notwendigkeit des Offenen wird angeführt, dass auch ins System zurück-gespeist wird.

Ich will nicht die Gesellschaft MOOC-fähig machen.

Wahrscheinlich bin ich keine Rebellin des Lehrens. Ich möchte nicht die Gesellschaft verändern, damit ich einen MOOC machen kann. Ich lebe in einer Gesellschaft und möchte ausloten, ob/unter welchen Umständen man für und mit Menschen aus dieser Gesellschaft einen MOOC machen kann. Das heißt nicht, dass man aus meiner Sicht keine MOOC-Einführungen oder technischen Hilfestellugen geben sollte.

Ton Zijlstra sagte im Hangout: “Menschliche Eigenschaften sind die Grenzen des Offenen”. Es ging u. a. darum, wie viel man reingeben mag, ohne etwas davon zu haben und wie man mit der entstehenden Transparenz umgeht.

Das finde ich schön auf den Punkt gebracht. Die einen kommen da vielleicht zu dem Schluss, dass man dann an den menschlichen Eigenschaften arbeiten muss – für die mittelfristige Planung würde ich mich darauf konzentrieren, wie diese Eigenschaften aussehen und wie man mit den damit verbundenen Grenzen konstruktiv für einen MOOC umgehen kann.

Soweit – ganz offen,
Jasmin

 

Didaktik? Von MOOC-Design und MOOC-Moderation

In Didaktik-Workshops ist mir immer sehr wichtig zwischen Design/Konzeption und Moderation (von Webinaren, online-Seminaren etc.) zu unterscheiden.

Das hilft mir auch hier – auch vor dem Hintergrund der Diskussion mit Jutta Pauschenwein, Ellen Trude, Martin Lindner, Joachim Happel, Heinz Wittenbrink – auch Boris Jäger – und bestimmt noch vielen mehr… auf G+ und in den Blogartikeln & Kommentaren, die zu suchen (,um sie zu verlinken, was sicher gut wäre,) ich leider keinen Nerv habe.

Wie Joachim Wedekind im Didaktik-Hangout sagt (stark verkürzt):
Eigentlich könnte man meinen: Keine festen Ziele – also keine Diskussion um Methoden und Lernerfolgskontrollen – also keine Didaktik. Aber so ist es nicht und bestehendes didaktisches Gedankengut ist natürlich auch für MOOCs hilfreich.

mögliches Elemente eines MOOC Designs

Der Blick auf das Design/die Konzeption führt zum immer wieder benannten Aspekt: Ein MOOC steht unter dem Licht der “Ermöglichung”. Für die Didaktik heißt das in meinen Augen: Konzeptionell eine “Ermöglichung” vorsehen.

Das kann konkret bedeuten:

Input anbieten – eine Auswahl aus:

  • Links
  • Texte…
  • Impulsbeiträge (habe ich hier im MMC13 zum ersten Mal gesehen – sehr schöne Idee)

Kommunikationskanäle anbieten – eine Auswahl aus:

  • Blograum
  • automatische Blogaggreation
  • Twitterkanal
  • Google+ Community
  • Hangouts/Live Sessions
  • WIKIs
  • Foren

ggf. weitere Kommunikationskanäle zulassen oder dazu anregen: selbstorganisierte Live Sessions, Foren, WIKIs…

Das Zusammenspiel der gewählten Elemente sorgfältig abstimmen und kommunizieren, Aspekte der Usability berücksichtigen.

Das könnte es “schon” sein an Didaktik. Ist ja selbstorganisiertes Lernen.

Aber Peter Ador sagt im Hangout z. B. “Es ist doch didaktisches Geschick nötig, um all das zu dokumentieren, was hier zusammen kommt.” (so in etwa). Ah – das ist auch schon eine Brücke zur Moderation: MOOCs können über das reine Ermöglichen hinaus gehen – und/oder das Ermöglichen kann für einzelene Teilnehmedne effektiviert werden:

mögliche MOOC-Moderationsaufgaben

Was ist also drin im Bereich Moderation?

Vorweg: Ich finde es nicht wichtig, zu entscheiden, ob/welche Art Moderation für einen MOOC nötig ist, zur “MOOC-Definition” gehört.

Ich suche nach dem Potenzial, aus dem man dann je nach Fragestellung und Zielsetzungen (von Veranstalterseite) Elemente nutzbar machen kann. Ich sortier mal – meiner Vorstellung von didaktischer Betrachtungsweise entsprechend – nach möglichen Zielbereichen (die ich jetzt mal aus der Hüfte schieße):

Dokumentation/Ergebnissicherung

  • inhaltliche Zusammenfassungen schreiben, schreiben lassen (Reflektoren-Rolle), anregen
  • Linklisten erstellen (oder Aufttrag vergeben/anbieten), ggf. thematisch sortiert
  • Sitemaps/Pearltrees erstellen, erstellen lassen, anregen
  • Ergebnis-WIKIs zu Einzelthemen erstellen, erstellen lassen, anregen
  • alles, was in der o. g. Struktur nicht autotisiert passiert (z. B. ggf. von Hand Blogartikel aggregieren)

Aktivierung

  • Feedback zu Beiträgen der Teilnehmenden (prinzipiell wohl auf allen Kanälen möglich) (“einladend, nicht ausgrenzend sein”, sagt Dörte Giebel im Didaktik-Hangout z.B.)
  • Mailings/Newsletter mit Hinweisen auf besondere Beiträge, Ergebnisse, Events etc.
  • auch hier: Zusammenfassungen (als “Einsprungschneisen”, wie Dörte Giebel es genannt hat)
  • Events: online-Live-Sessions, Präsenztreffen…

Qualitätssicherung (heikler Bereich natürlich, wer kann alles lesen und kann/darf auf welche Weise Qualität feststellen?)

  • auch hier: Zusammenfassungen
  • auch hier: Reflektoren-Beiträge
  • Feedback zu Beiträgen der Teilnehmenden
  • Bemühen um Ausgewogenheit durch aktives Einholen / Einbingen von Gegenmeinungen, Aspekten aus noch nicht (ausreichend?) bedachten Bereichen

… (wem fällt da noch mehr ein?)

Natürlich hängt das eng mit dem Design/Konzept zusammen und überschneidet sich in einigen Punkten. Fokus der Moderation in meinem Sinne ist jedoch: Das, was im MOOC-Verlauf getan wird (im Gegensatz zu strukturgebend wie das Konzept/Design) – was die Veranstalter für die Verlaufzeit kalkulieren müssen. Als eigene Aufgabe oder als Aufgaben, die rechtzeitig delegiert werden – oder die – als “nice to have” – den Teilnehmenden als Aufgabe angeboten werden.

Moderiert und offen?

Jenseits der Definitionsfrage: Ich glaube, das geht nicht. Eine Moderation wie oben beschrieben, wird konzeptionell mitgedacht.

Wenn ein MOOC wirklich offen ist – also im Prinzip beliebig viele aktiv Teilnehmende haben kann – ist keine der oben genannten Moderationsaufgaben mehr ausführbar, wenn man damit ernsthaft übergeordnete Ziele anstrebt.

Es sei denn, man provoziert oder organisiert das Bilden von Untergruppen und arbeitet dann mit Teil-MOOCs… Untergruppen-MOOCs  – klingt in meinen Ohren aber irgendwie absurd…

Aber was heißt schon “wirklich offen” – Wahrscheinlich hat keiner von uns einen cMOOC mit 2600 Teilnehmenden oder so vor, oder? Dann ist das wohl eine eher theoretische Frage.

Das als Beitrag zu konkreter Planungs- und Kalkulations-Arbeit, die MOOCs mit sich bringen.

Euch grüßt: Jasmin

MOOCen wider willen

Grafik: nichts hören, sehen, sagen...?So hatte ich mir das eigentlich vorgestellt mit dem MMC13 für mich:

Nicht schauen, nichts sagen, nichts hören…

 

Ich werde hier nicht MOOCen, weil:

Dörte Giebel und Monika König, die ich aus/seit dem OPCO11 “kenne”, haben mIch gefragt, ob ich einen Impulsbeitrag schreiben würde. Ich habe mich über die Anfrage sehr gefreut, hatte gleich die Gegenüberstelltung im Kopf, die es dann ja auch geworden ist, große Lust, sie zu formulieren – und hatte ansonsten nicht vor, mich mit diesem MOOC viel zu beschäftigen. Denn: Die Don#t MOOC-Seite des Impulsbeitrags kommt ja nicht von nichts… Und: Ich kann nicht.

I have work to do! Ich muss Geld verdienen. Ich hab Familie. Ich muss auch mal schlafen. MOOC hat nichts mit dem zu tun, was gerade auf meiner TOP 28-oder-so-Liste steht.

Doch, ich werde hier MOOCen, weil:

Und jetzt? Jetzt habe ich oftmals ein Stündchen auch ein Twitter-Fenster auf, habe in XING meinen Blog eingebunden, mich nochmal in die Google+ Logik eingedacht (dort noch immer meinen Blog nicht einbinden können…), ich schau zwei drei mal täglich auf die MMC13-Blog-Aggregator-Seite…, check viel viel häufiger Mails und Twitterwall…, twittere selbst wieder (das hätte ich nun wirklich nicht gedacht…), schau und höre mir all die kleinen Basteleien an… – und bin angerührt wie Oma auf dem Adventsbasar, die sich anschaut, was für liebevolle Dinge entstanden sind.

liebevolle BasteleienIch schüttel gleichzeitig den Kopf und frag mich, wie man Zeit und Nerven dafür finden kann, all sowas zu tun, ob das inhaltlich getrieben ist oder legitmiertes Spieltrieb-Ausleben.

Und dennoch – oder gerade deshalb – bewundere ich vor allem die “Tool-Ausprobierer”, merke, wie gerade das nicht so Zielgerichtete den MOOC so persönlich macht, wie es ansteckt, auch auszuprobieren und damit zurückführt zum Inhaltlichen.

Ich ärgere mich auch schon wieder, dass ich nicht wirklich diskutieren kann, wenn an 629 Stellen kleine Happen liegen – und jeder Versuch, das zusammenzuführen ein weiterer Happen ist, der wieder irgendwo zusammen geführt werden wird…

Aber eigentlich ist das alles irrelevant, denn ich habe gar keine Wahl: Sobald ich persönlich angesprochen werde in so einem MOOC, kann ich nicht mehr nicht MOOCen.

Grafik: Community-FalleSobald jemand in einem MOOC, in dem ich die Leute direkt angesprochen habe, auf meinen Beitrag antwortet, auf meine Gedanken Bezug nimmt, meinen Namen nennt, fühle ich mich… – verantwortlich? unwiderstehlich eingeladen?…?

Schnapp: Community-Falle. Community-Geschenk.

Also gut, meine Ziele?

Nützt nichts. Jetzt bin ich also drin. Dann denk ich also über meine Ziele nach:

Vorweg: Ich habe keine primär inhaltlichen Ziele, die mit MOOCs zu tun haben. Das mag jetzt verwundern… aber ich habe ja geschrieben, wie ich hierher geraten bin… Im Prinzip könnte das jetzt auch ein MOOC über “Fotosynthese” sein, über “die Freiheit der anders Denkenden” oder über “Elemente des Barocktheaters in der Europapolitik”…

  • Ich will mich hier einlassen auf die Leichtigkeit, mit der getwittert wird, aufeinander Bezug genommen wird, Formate ausprobiert und veröffentlicht werden – um mir davon eine Scheibe abzuschneiden.
  • Wie schon in den letzten MOOCs möchte ich den Tool-Tipps nachgehen und sie ausprobieren, auch um sie ggf. als hilfreiche Elemente fürs e-Learning weiterzugeben (ah – Schnittstelle zu den TOP 28-Prioritäten!).
  • Und wo ich dann schon einmal da bin, möchte ich Diskussion anheizen – vor allem, wo MOOCs so sehr euphorisch betrachtet werden. Bei MOOC-Skepsis hilft wahrscheinlich eh nur eine gute MOOC-Erfahrung zur Inspiration (so erlebe ich es jedenfalls gerade ;-) ).
  • Dann möchte ich Kontakte vertiefen und neu knüpfen: Mit welchen Akteuren/innen in der e-Weiterbildungswelt kann ich mich mal zusammentun? Was könnten wir Sinnvolles zusammen auf die Beine stellen?
  • In dem Zusammenhang – und darüber hinaus – möchte ich sehr sehr gern mal wieder ein bissschen “Serendipität“: Zufällig auf Themen/Erkenntnisse/Events stoßen, mich treiben lassen, Ideen entwickeln für Beratungsangebote, Workshops oder oder (noch eine Schnittstelle zu den TOP 28-Prioritäten!)- und zweckfrei Spielerein.

Na gut, damit krieg ich so ein zwei Stunden am Tag legitimiert… und versuche, dass es nicht mehr werden.

Euch grüßt, Jasmin

#MMC13 Impulsbeitrag Wo 1: (Don’t) MOOC!

Willkommen im MoocMakersCourse 2013!#MMC13 Impuls zu Woche 1

Und hier ein Impuls zur ersten Woche des #MMC13 - ich freu mich auf und über  Zustimmung, Ablehnung – Mitdenken und den Austausch dazu:

Kommt alle und MOOCt!

Ein MOOC ist die einzigartige Gelegenheit, mit engagierten Gleichgesinnten zu eigenen Fragestellungen weiterzukommen. Flexibel, so intensiv, wie man es kann/möchte und dabei nachhaltig durch Dokumentation und Kontakte. Was will man mehr von einem Lernprozess?

Massive: Willkommen, ihr über 150 Teilnehmenden. Da werden wunderbar viele Perspektiven, Erfahrungen, Fragen zusammen kommen.
Du bist Fremdsprachenlehrer, Personaler, Marketingmensch, Hochschuldozent/in, Trainer/in, Student/in, MOOC-Erfahrene/r, MOOC-Newbie, MOOC-Teilnehmende/r, MOOC-Meta-Betrachter/in. Das verspricht eine multiple Beleuchtung des Themas. Potenziert mit der Anzahl der klug gewählten Themen, kann das nur spannend und “win-win” für alle Beitragenden werden.

Open: Kostete nicht nur kein Geld – ist auch offen in vielen anderen Hinsichten: Traust du dir ein bisschen selbstorganisiertes Lernen zu, gibt es keine Schwelle mehr: Du bist willkommen als Alter Hase wie als Neueinsteiger, du kannst twittern, bloggen, eigene Google-Hangouts organisieren – oder liest eben einfach auf der gebookmarkten Seite zum Kurs. Wenn du was nicht weißt oder kennst, recherchierst oder fragst du eben. Welches Vorwissen wer hat oder welches Amt wer bekleidet: ganz egal. Das Thema hält zusammen. Das ist gelebte Gleichberechtigung.

Online: Dich erwartet eine faszinierende Vielfalt an Präsentations- und Kommunikationswegen. Und du kannst sie nutzen, wo auch immer du bist. Kurz mal zwischendurch oder konzentriert ein paar Stunden am Stück; daraus ergeben sich unterschiedliche Beitragsformate, die sich sehr befruchten können: spontane Kommentare, die vielleicht auch mal polarisieren, gut recherchierte Beiträge, die zum Weiterdenken einladen. Und das von überall. “Online” schafft hier auf vielen Ebenen Vielfalt.

Course: Du bist eingeladen deine Lernziele selbst zu setzen – nicht andere verordnen dir, was du zu dem Thema wissen und können sollst. Du steuerst deine Aktivitäten im Rahmen der angebotenen Methodenvielfalt – und durch das asynchrone Format – kannst du Erkenntnisse und Wissen vielleicht auch gleich dem Praxistest unterziehen – und mit Fragen ganz anderer Qualität hier weiterarbeiten. Das beste Rezept gegen träges Wissen – und wenn die “MOOC-WG” funktioniert – dann wird es an Commitment und konstruktivem Peer-Feedback nicht mangeln. Ein didaktisches El Dorado erwartet uns!

Auf geht’s!

Don’t MOOC!

MOOCs sind ein neu inszenierter pseudo-intellektueller kollektiver Zeitvertreib der Bildungswelt. Vielleicht anfangs noch eine willkommene Nachhilfestunde in Social Media, aber dann vor allem eine angesagte Art, seinen online-Kontakte- und Bookmark-Friedhof zu erweitern.

Massive: Über 150 Leute glauben in diesem MOOC, sie würden sich an einem thematischen Austausch beteiligen. Fast erleichternd zu ahnen, dass (abgesehen von den Organisatoren) nachher eh nur so um die zehn Leute kontinuierlich aktiv sind.Und wenn es mehr Austausch wäre? Dann triffst du eine Auswahl entlang deiner eigenen Fragen und Vorannahmen – und wirst weiterhin im eigenen Saft schmoren. Dann aber mit dem seligen Gefühl, dass deine Einschätzungen Ergebnis eines vielseitigen Austauschs seien.

Open: Erstmal anmelden, “kost ja nix”. Dann mal gucken und dann schauen wir mal. Vielleicht bist du auch schon wieder raus, bevor du die ersten drei Bookmarks gesetzt hast.

Oder aber du merkst, dass du hier prima zu deinen Fragestellungen Wissen und Erfahrungen an- und abzapfen kannst. Die Diskussion ums Thema hat ja ergeben: Lurken (“zuschauen” ohne beizutragen) ist keine Schande, sondern eine legitime Freiheit. Vielleicht steigst du auch bald wieder aus, weil du nicht siehst, wo hier dein Teil vom “win-win” ist.

Online: Das kann auch heißen: Wer’s nicht hinkriegt, kommt wohl von der anderen Seite der “digital gap” und/oder kann sich nicht organisieren. Aber “überall und jederzeit” wird auch schnell zu “nie und nirgends”, weil andere Dinge eben zu bestimmten Zeiten getan werden müssen.

Also: Du scheust die Verantwortung für den Lernprozess anderer? Dann mach einen MOOC. Hier ist ja der Teilnehmende selbst verantwortlich.

Course: Course? Dir werden Themen, Fragen und Materialien angeboten – ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder Ausgewogenheit. Du kannst zwischen vielerlei Darstellungs- und Kommunikationswege wählen. Wie weit das MOOC-Basis-Navi, das hier als bemerkenswerter Sonder-Service mit angeboten wird, dich dabei unterstützt, kann vorher niemand wissen. Du musst selbst Methoden für dein Lernen finden und weißt nachher vielleicht nicht, ob du deine Ziele (hattest du welche?) erreicht hast. So gesehen, kann man sagen: Das ganze Leben ist ein MOOC. Ein “blended MOOC” – mit offline-Phasen.

Und das heißt für effiziente Lernprozesse: Don’t MOOC!

TOP 4 e-Learning Themen diesen Herbst

“E-Learning-Stand der Dinge” in diesem Konferenz- und Tagungsherbst.

Das “innere Büro” zu verlassen und aufzuschauen, ist ja meist gewinnbringend auf vielen Ebenen. Ich tu das gern in größeren Intervallen – nicht (nur), weil ich es nicht anders schaffe, sondern vor allem, weil ich meine, Entwicklungen auf diese Weise deutlicher wahrzunehmen.

Vier Bereiche, die mich angeregt haben:

  1. Intensive Auseinandersetzung mit “Mobile Learning”
  2. Interessante Wahrnehmungen des Status Quo zum e-Learning Einsatz in der Aus- und Weiterbildung
  3. Weiterhin vergleichsweise wenig moderiete, kooperative e-Learning-Formate
  4. Umgang mit Open Educational Resources (OER)

zu 1)  Intensive Auseinandersetzung mit “Mobile Learning”

Ein Kollege in der e-Learning Beratung für Unternehmen hat seinen Fokus deutlich in Richtung mobile Learning Systeme verlagert. Vor allem Außendienstmitarbeiter brauchen Lösungen, die überall und sofort einsetzbar sind:

  • Keine Hochfahr-Zeiten, kein Einloggen (= die zehn Minuten beim Kunden nutzen können, die man auf den Ansprechpartner wartet)
  • “Learning on the job” durch Ressourcen, auf die man ohne jedes zeitliche/technische Hindernis zugreifen kann.

Das war auch Tenor beim Hamburg-Tag der “Conference Tour Weiterbilden 2.0“  am 17.10.2012.

Nachvollziehbar. Für Außendienstler. Und “Learning on the Job” – auf Baustellen, am Krankenbett etc. Da ermöglicht Mobile Learning einige Lernprozesse erst – andere Lernprozesse werden vereinfacht.

Das Format wird viel diskutiert – auch auf der “Conference Tour“. Vor allem geht es um technische Lösungen und Schwierigkeiten bei der Einführung, die oft auch in erster Linie als technische Schwierigkeiten wahrgenommen werden.

Es ergeben sich beeindruckende technische Möglichkeit. Doch auch hier sollte man die Frage stellen: Sind diese beeindruckenden Lösungen Lösungen für die eigenen Probleme? Bei aller Faszination, sollte man weiterhin “konservativ” auch weiterhin an die Fort- und Weiterbildung denken, die davon profitiert, dass man sich Zeit für den Lernprozess reserviert, an der man an einem Rechner (egal wo, Hauptsache konzentriert) liest, verinnerlicht, reflektiert, Aufgaben löst.

Die Apotheker in unseren Campus Pharmazie-Seminaren z.B. profitieren von der zeitlichen Flexibilität – aber vor allem von der Verzahnung von Brainstorming, Input- und Reflexionsphasen. Wenn ich da einen Wunsch haben darf: Dann bitte, dass diese Lernkultur, die Zeiten zum Nachdenken, zur intensiven Auseinandersetzung und Innehalten fordert, nicht zu den Akten gelegt wird.

Zu 2.) Interessante Wahrnehmungen des Status Quo zum e-Learning Einsatz in der Aus- und Weiterbildung

Im Zusammenhang mit einer Podiumsdiskussion auf der 9. wbv-Fachtagung in Bielefeld am 24. Und 25.10.2012  habe ich mich mit dem Bericht der Projektgruppe Bildung und Forschung der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft des Deutschen Bundestags beschäftigt.  Er war auch Thema auf der “Conference-Tour Weiterbilden 2.0
Link zum Bericht PDF – (1,5 MB)

Der Bericht kommt bzgl. des Einsatzes von Informations- und Telekommunikationstechnologien in der Aus- und Weiterbildung zu dem Ergebnis: “Die tatsächliche mehrwertschaffende Nutzung digitaler Medien bleibt allerdings weit hinter den mit dem Einsatz dieser Medien verbundenen Erwartungen zurück.” “Das mit digitalen Medien verbundene Potenzial an informations-, Kommunikations-, Lehr- und Lernmöglichkeiten ist allerdings noch längst nicht ausgeschöpft”. Es wird ausgewertet, wie digitale Lernmedien in der Erstausbildung genutzt werden, welche Auswirkungen sie auf die Struktur und Organisation der Aus- und Weiterbildung haben, welche Rolle überbetriebliche Ausbildungsstätten spielen.

Es ist wahrscheinlich wichtig, einen Status Quo festzustellen, um zu sehen, wo Potenzial liegt, und um Auswirkungen von Fördermaßnahmen messbar zu machen. Doch der dargestellte Status Quo darf nicht als zwangsläufig gesehen werden – und dass Erwartungen an den e-Learning-Einsatz nicht erfüllt werden, ist nicht zwangsläufig eine Aussage über die Möglichkeiten des e-Learning (was der Bericht auch nicht so benennt).

Vielleicht sind auch die Erwartungen unangemessen – oder das Potenzial konnte nicht optimal genutzt werden. Hilfreich wäre ein differenzierter Blick auf e-Learning Formate und deren jeweiligen Nutzen, Aufwand und Anforderungen an die Einführung.

Aus dem aktuellen Bericht kann man als Unternehmen / Weiterbildungsanbieter daraus kaum konkrete Schlüsse ziehen. Was in welchem Maße genutzt wird, hängt von vielen Faktoren ab. Wer davon ausgeht, zum e-Learning gehören in jedem Fall aufwändige Animationen und Filmproduktionen, kommerzielle Lernplattformen – dann braucht man natürlich auch finanzielle Ressourcen, die sich erst in größeren Unternehmen mit Blick auf größtmögliche Nutzergruppen  aufbringen lassen.

Wer Lösungen in Betracht zieht, in denen nach sorgfältiger Auswahl und Formulierung von Lernzielen auch technisch einfacherer Methoden gefunden werden (z.B. in moderierten kooperativen Formaten), kann damit auch für kleinere Zielgruppen Lernprozesse effektiveren, komfortabler gestalten – oder erst ermöglichen. Das würde in vielen Kontexten einen Einstieg erleichtern und das Potenzial nutzbar machen.

zu 3.) Weiterhin vergleichsweise wenig moderiete, kooperative e-Learning-Formate

Nach wie wird als große Herausforderung im e-Learning die Motivation der Lernenden benannt. Das liegt nicht nur am Format – auch an den Rahmenbedingungen und daran, dass viele Lerner “Geschickte” sind, dich sich nicht selbst für das Angebot entschieden haben.

Was das e-Learning selbst betrifft, setzt man für Motivation viel auf Animationen, ansprechende Aufbereitung, anregenden “Methodenmix” – oft im Sinne von: Wechsel von Text, Bild, ggf. Film, Tests –  obwohl parallel zunehmend wahrgenommen wird, das vielfach schlicht aufbereitetes Material den Lerner stärker und nachhaltiger anspricht (vielfache Hinweise z.B. auf Produktionen der Khan Academy , Common-Craft-Filme  – und deren Überzeugungskraft durch Authentizität und Originalität).

Immer wieder mit großem Staunen wird die Lösung moderierter und kooperativer Lösungen aufgenommen.

Eine moderiertes Format braucht erhebliche Ressourcen, das muss in die Planung und Kalkulation einbezogen werden: So etwas kostet viel Geld – und es muss auch erst einmal jemand gefunden werden, der online-Lernprozesse moderieren kann.

Weil es mein Steckenpferd ist, noch einmal in Kürze: Welchen Mehrwert kann Moderation und ein lernendes Miteinander in online-Lernprozessen gegenüber Lösungen bieten, in denen Lerner  sich zwar jederzeit und überall – aber ohne echtes Gegenüber mit Inhalten auseinander setzen?

  • Ziele auf der Ebene von Handlungs- und Anwendungskompetenz können erreicht und geprüft werden
  • Geringe Drop-Out Rate
  • Einbeziehen individueller Erfahrungen und Denkweisen zum Nutzen aller.
  • Geringere Gefahr, dass fehlerhafte Vorannahmen (“Misconceptions“) nicht erkannt und korrigiert werden.

Abhängig von Zielsetzung und Unternehmenskultur kann dieses Format oftmals von der (und sei es nur der gefühlten) Notwendigkeit entbinden, Lehrmaterial aufwändig zu produzieren – doch vor allem ermöglicht es, bereits bekannte Probleme zu lösen und anspruchsvollere Ziele zu erreichen.

zu 4.) Umgang mit Open Educational Resources (OER)

Aus den Anregungen eines Interviews, um das Monika Zandra im Nachgang zu OPCO 12 http://opco12.de/ gebeten hat, aber auch durch Aktivitäten von Karlheinz Pape  auf der Conference Tour wie auch auf dem Educamp in Bielefeld vor einem Jahr, denke ch immer wieer aktiv über OER nach.

Frau Zandra fragte, was meine Wünsche wären bzgl. OER im Sinne von “Inhalte, die online zur Verfügung gestellt und für den Lernprozess genutzt werden könnten”.

Da das ja alles sein kann, was im Internet veröffentlicht wird, würde ich nicht von außen steuern wollen, auch wenn ich könnte. Aber es wäre begrüßenswert, wenn sich bei “Autoren” zunehmend eine Kultur etablierte, einen Internet-Inhalt als “Veröffentlichung” wahrzunehmen – und also z.B. deutlich zu machen, auf welchen Fakten, Erfahrungen, Grundlagen ihre Aussagen beruhen – und was vorwiegend individuelle Einschätzung / Meinung ist. Ggf. auch, auf wessen Gedanken etwas fußt, Zitate kenntlich machen.

Wünsche würde ich vor allem an Nutzer von Internetquellen richten (die Lehrenden die sie einsetzen, aber auch die “Endkunden”): Inhalte kritisch hinterfragen, mit sich selbst kritisch sein: Welche Vorannahmen bringe ich mit und wie beeinflussen die meine Recherche? Wie kann ich jenseits meiner Vorannahmen ggf. Einblick in eine größere Bandbreite an Perspektiven und Einschätzungen bekommen?

Karlheinz Pape fragt, welche Rolle der Lehrende jenseits der Inhaltsentwicklung sinnvoll ausfüllen könnte? Welche “Learner Services” angeboten werden können, wenn man feststellt, dass Inhalte doch gar nicht mehr produziert werden müssen, weil sie in manchen Fällen bereits in guter Qualität vorhanden sind.

Neben der Rolle des Lernbegleiters, die man ja an vielen Stellen schon seit einigen jahren zu etablieren versucht wird, könnte das in meinen Augen auch sein:

  • die Qualität der Materialien einschätzen helfen,
  • Aspekte einbringen, die ein vollständigeres, kritischeres Bild ermöglichen,
  • den Lernenden klar machen, dass man sich in Hinblick auf online-Inhalte eben nicht viel wünschen kann – sondern von kritischer Nutzung profitiert.

Was sehen Sie in der e-Learning-Welt, wenn Sie das “inneren Büro” verlassen?
Über Fragen oder Anregungen zu meinen “TOP 4″-Themen freu ich mich und
grüße in den Herbst,

Jasmin Hamadeh