Crossposting: Wie finden wir das?

“Crossposting ist generell schlecht” – sagt Lore Reß auf meine Frage in einem Google+ Beitrag. Ich frage dort sinngemäß: Wenn ich einen Artikel per Feed, Twitter und Google+  verbreite – trägt das zur Qualität meines virtuellen sozialen Netzwerkes bei oder mindert es die Qualität.

Gehen wir der Einfachheit halber erst einmal davon aus “Crossposting” ist schlicht das Verbreiten einer Nachricht über mehrer Online-Kanäle. Differenzierteres dazu weiter unten.

Und erstmal ist das genau das, was ich auch empfinde. “Crossposting ist schlecht.” Ich mag es nämlich auch nicht, wenn sich mir jemand auf allen Kanälen aufdrängt. Und ich mag es überhaupt gar nicht, wenn Diskussionen an verschiedenen Stellen stattfinden und für Autor und Leser nicht ohne größere Mühe zusammen geführt werden können. So wie es hier gerade passiert… Was ich ja selbst verursacht habe.

Ich möchte diesen Anlass nutzen, hier weiter über Social Network-Strategien nachzudenken – und hoffe, Lore Reß, Ihnen ist das nicht unrecht. 

Lore Reß begründet und relativiert ihre Aussage – und das finde ich in meinem Nachdenken darüber, wie man sinnvoll mit den Sozialen Netzwerken umgeht, sehr anregend:

“Crossposting ist generell schlecht, es sei denn:
– es sind mehrheitlich andere Follower bei Twitter als G+”
und später “Es gibt auch noch diejenigen, die anonym einem Blog per RSS folgen

Ja, ich könnte herausfinden, wie groß die Überschneidungen sind (außer bei den RSS-Abonnenten).

Und nun rennen mir ein paar “Abers” die Tür ein:

  • Aber ich weiß nicht, welche Kanäle die Personen, die  mich in ihren Kreisen haben – und die Follower und die RSS-Abonnenten vorwiegend nutzen.
  • Aber wenn ich präsent sein will – muss ich mich auch zeigen.
  • Aber von all dem, womit man auf diesen Kanälen sonst so belästigt wird, ist das doch mal was Wichtiges und Sinnvolles ;-)

“Ist der Artikel aber von sehr hoher Qualität, dann braucht es kein Crossposting, dann wird er sich selbst verteilen.” Gibt Lore Reß zu bedenken.

Das finde ich spannend – und ich möchte gern dran glauben.
Die Zweiflerin fragt sich jedoch: Oder verbreitet sich das am besten und schnellsten, was eben am intensivsten promotet wird – auf allen Kanälen?

Ohne an einem entsprechenden Seminar teilgenommen zu haben, würde ich denken, Social Media Experten argumentieren:

  • Ist da schon ein Tweet – ist der einfach zu retweeten.
  • Ist da ein Artikel in Google+ – kann er kommentiert werden.
  • Ist der Artikel in einen Blog mit Share-Funktionen eingebunden, kann er einfach über facebook, Google, Xing, Mail etc. geteilt werden
  • und die RSS-Feed-Funktion nicht vergessen
  • und wenn es geht ein paar Pingbacks/Trackbacks provozieren

Man muss den Lesern ja auch eine paar Türen an die Hand geben, die sie aufmachen können… (Herrje, das aus meiner Hand… es fällt mir nicht leicht.)

Und wenn ich einer Überschrift, die ich ganz interessant finde, das fünfte Mal begegne, dann lese ich den Artikel wahrscheinlich auch. Weil er dann ja wichtig sein muss?

Nein, wohlfühlen tue/täte ich mich damit nicht. Fühlt sich an wie bei IKEA, wo ich die Kissenbezüge oder Bettwäsche oder kleine bunte Lampen, die mir im Eingangsbereich in Design und/oder Nutzwert noch absurd erscheinen, bis zum Ausgang fast lieb gewonnen habe, weil sie bis dahin durch ständiges Wiedersehen schon fast zu meinem Leben gehören…

Womit tröste ich mich jetzt? Dass es eben sein muss, ganz normale Gesetze des Marketings  – und man, wenn man gut ist, nach einiger Zeit wirklich nicht mehr aktiv belästigen muss? (Ist das so?)

Damit, dass es vielleicht gar nicht schlechte “Crossposting” ist (ungerichtet, wahllos, vor allem auf Masse aus), sondern gutes “Multiposting” – was genauso wenig eindeutig definiert ist… das man aber gutwillig als zielgerichtetes Verbreiten schwer auffindbarer Inhalte über ausgewählte Kanäle deuten kann. (Eine Recherche zu den Begriffen “Crossposting” und “Multiposting” ist in diesem Zusammenhang in meiner Wahrnehmung gewinnbringend.)

Oder tröste ich mich nicht – und mach es irgendwie anders? Aber wie?

Was sagen die Social Media Experten unter uns dazu?
Hast du / Haben Sie einen guten Weg gefunden, auf Artikel, die Sie gern teilen möchten – zu denen Sie sich austauschen möchten,  aufmerksam zu machen?

Das frag ich mich und euch und Sie heute
- vielleicht als Beitrag zu einem guten Miteinander im Netz…
Jasmin Hamadeh

2 Gedanken zu “Crossposting: Wie finden wir das?

  1. Liebe Jasmin,
    ich finde Crossposting ehrlich gesagt… gut. Und dies aus zwei Gründen:
    1. Brauche ich im Netz Redundanzen. Deshalb, weil ich nicht alles genau anschaue, was bei mir so “durchläuft”. Erst wenn mir etwas mehrmals von glaubwürdiger Seite untergekommen ist, klicke ich drauf.
    2. Es ist ja nicht so, dass ich den gleichen Link auf den verschiedenen Kanälen gleich “einbette”. Einen Link werde ich auf Twitter mit Sicherheit anders an den Follower zu bringen versuchen, als auf Facebook an den Friend.

    Wie genau ich dieses unterschiedlich jedoch explizieren könnte, darüber muss ich nochmals nachdenken.
    Bis dahin
    die mons7

    • Hallo Monika,
      “Netzredundanz” ist ja auch ein schönes Wort! Und dass es etwas Positives sein kann – für mich bedenkenswert.

      Guter Hinweis, dass man auf den verschiedenen Kanälen unterschiedlich anspricht/ansprechen kann (ansprechen sollte?).

      Und meine Erfahrungen der letzten Wochen zeigen: Es kommen von allen der gewählten Kanäle Reaktionen/Zugänge auf die Blogposts und die Homepage – das rechtfertigt zwar ein Aufdrängen nicht (falls es das ist) – aber es zeigt, dass es (erst einmal?) funktioniert…

      Beste Grüße! Jasmin

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