cMOOC-Andock-Geschäftsmodell

ach so – falls doch jemand an cMOOCs teilnimmt – und sich das als Geschäftsmodell etabliert – dann hätte ich auch noch ein Andock-Geschäftsmodell für uns Freiberufler:

Wir nehmen an cMOOCs teil für Interessierte, die nicht die Zeit / den Nerv haben, in Hinblick auf ihre Fragestellungen mitzumachen.

  • Basispakt: Kernfragen-spezifische Zusammenfassungen
  • Upgrade1: Aktive Platzierung von Auftraggeber-Fragen
  • Upgrade2: cMOOC als Marketinginstrument für Einzelpersonen und Unternehmen (Teilnahme-Profil nach Auftraggeber-Wunsch)

(Wobei nur Upgrade2 polemisch gemeint ist…)

Ein Service, der die individuellen cMOOC-Risiken minimieren hilft… Das hilft dem Format nicht unmittelbar… und wäre keine gute Sache, wenn alle Teilnehmenden so teilnähmen… aber es könnte evtl. extra-Teilnehmende generieren…

Jasmin

cMOOC? Da kommt ja doch keiner.

MOOCs für Offliner, MOOCs für Persönlichkeitsentwicklung, MOOCs für den Fremdsprachenunterricht, für IT-Themen… Ich glaube auch, es ist heilsam, das Thema an konkreten Beispielen zu durchdenken.

(Entschuldigt, dass ich es diesmal nicht geschafft habe, mir vor meinem Artikle einen anständigen Überblick über den Stand der Diskussion zu verschaffen.)

Mit den konkreten Themen formt sich vor meinem inneren Auge auch eine Zielgruppe. Und das führt mich zu der in-die Suppe-spuckenden-Frage:

Glaubt ihr wirklich, dass da jemand mitmacht?

Es geht mir nicht um 150+ Teilnehmende. Aber durchaus darum, eine kritische Menge zu erreichen. Sonst geht cMOOCen nicht. Wie groß die sein muss, darüber haben wir auch zusammen schon viel herum gedacht.

Mein Fazit: Das hängt davon ab…

…wie viele Aktive sich zu einem Theme finden. Und da werfe ich jetzt mal 10 – 15 Teilnehmende in den Raum. Das ist in etwa die Anzahl derer, die ich beim MOOCen bisher ungefähr ihrem Hintergrund und ihren Einstellungen zuordnen kann und mit denen ich mich besonders intensiv beschäftige. Im Rahmen der Möglichkeiten. Die reichen mir/die brauche ich, damit da für mich etwas “rumkommt”. Kann natürlich sein, dass deren Beiträge für mich v.a. dadurch interessant sind, weil sie wiederum von 10 – 15 anderen profitieren, die nicht unbedingt mit “meinen” übereinstimmen… Das macht es noch schwieriger, denn meine These ist:

Es ist schwer, 10 – 15 engagierte Teilnehmende für einen MOOC zusammen zu bekommen. Egal, zu welchem Thema.

Von denen, die das cMOOC Format nicht kennen, wird kaum einer sich einschreiben, und von denen die es dann tun, wird kaum einer kontinuierlich beitragend mitmachen. Wer cMOOCs kennt, fürchtet sich davor, dass es unberechenbar ist hinsichtlich des eigenen “Gewinns” oder Kosten-Nutzen-Verhältnisses.

Können wir Kennzahlen erdenken? Z. B. 10% aller Registrierten sind regelmäßig aktiv. Verlässlich und vernetzend aktiv? Vielleicht mit ca. durchschnittlich 4 Kommentaren und einem eigenen Beitrag pro Woche? Oder, was könnten sinnvolle Kennzahlen sein?

(Wahrscheinlich wieder u. a. abhängig vom Thema: Wer sich bei IT-Themen in einen cMOOC einschreibt, macht vielleicht eher aktiv mit als bei Persönlichkeitsentwicklung?)

Worauf gründe ich diese These?

Ich “botschafte” seit vielen Jahren in Sachen moderierte online-Seminare. In unterschiedlichsten Kontexten habe ich dieses Format mitangeboten: Für mittleres Management, für Trainer, für Apotheker… Überall das Gleiche: Fast keine Drop-Outs – und das in berufsbegleitender Fort- und Weiterbildung (!), die Teilnehmenden-Beurteilung in (wissenschaftlich erarbeiteten) Evaluierungen durch die Bank überdurchschnittlich gut. Und trotzdem: Jede Runde wieder – enorm mühevolle Teilnehmer-Aquise, Multiplikatoren-Überzeugungsarbeit. Selbst, wenn man Seminare günstig in Pilotläufen oder für Test-Teilnehmer anbietet. Oft wirklich schwer, auch nur 10 Teilnehmende zu bekommen. (Nur eine Frage des Marketings? Das war/ist in der Tat nicht immer optimal, aber für manche Zielgruppen hat doch mitunter ein sehr gezieltes, kontinuierliches und “hartnäckiges” Marketing stattgefunden, auch von angesehenen  Anbietern, deren Qualität niemand in Frage stellen würde.)

Was hat das mit cMOOCs zu tun?

Ich stelle mir vor, die Zielgruppe eines cMOOCs zum Thema XY, ist eine Teilmenge derer, die evtl. an einem moderierten online-Seminar interessiert sein könnten: Thematische Fragestellungen, Bereitschaft (Notwendigeit?), online dabei als mehr oder weniger bekanntes Mittel zum Zweck. Vielleicht ein paar Teilnehmende außerhalb dieser Menge durch evtl. kostenlosen Zugang und evtl. dadurch, dass man ja erst einmal gucken kann, ob einem das liegt. Dafür aber deutliche Abzüge durch Skepsis bzgl. der Offenheit, Sorge bzgl. des “individuellen Outcomes”, Abzüge durch “ich kann/möchte nicht twittern / bloggen / G+ nutzen etc.

Ich bin sehr gespannt, was die angedachten Wetten und Pläne bringen – aber genauso skeptisch. Und es wäre mir die allergrößte Freude, hier eines Besseren belehrt zu weden!

Wenn ich an Erfahrungen mit  Alumini-Netzwerken aus online-Seminaren denke, stimmt mich das nicht optimistischer. Welche Formate hatten wir hier noch mit deutlichen Schnittstellen zum cMOOC? Sind da ermutigendere Erfahrungen dabei? Habt ihr Tipps / Bewährtes / Ideen zur Vermittlung des Formats?

Vielleicht kriegen wir da ein paar überzeugende Argumente, aussichtsreiche Marketingwege zusammen? Was ist für interessierte Deutsch-als-Fremdsprache-Lehrende, Persönlichkeitsentwicklungs-Interessierte, SAPler, e-Trainer etc. relevant und überzeugend am cMOOC-Format? Oder ist das komplett themenspezifisch?

Eine erfolgversprechende Teilnehmenden-Aquise muss Voraussetzung eines jedes Geschäftsmodells sein – egal, wer letztlich bezahlt.

Also: Was haben wir?
Sehr gern bereit, Bedenken entkräften zu lassen, grüßt: Jasmin

 

 

Give me an “o”? No!

Meine Kurzzusammenfassung aus dem unrepräsentativen Teil der Artikel, die ich gelesen habe und der Hangout-Aufzeichnung:

“Open” in MOOCs betrifft:

  • zum einen die Offenheit der Materialien / Inhalte,
  • dann geht es um Offenheit im Sinne von Zulassung (z.B. scheibt dazu Claudia Bremer), und ich würde das ausbauen zu “Zugangsvoraussetzungen” (formaler und informeller Art)
  • und um eine Offenheit als psychologisch-gesellschaftliches Phänomen (transparent sein, “Fehlerkultur”)

Wer will nicht offen sein? offen -  aufgeschlossen – austauschbereit – teilen wollen. Aus dem Hangout hallt bei mir nach (sinngemäß):

Was mit öffentlichen Geldern erarbeitet wird, muss der Öffentlichkeit zugute kommen.

Was man teilt, speist sich in ein System, in dem es besser gemacht wird.

Menschen sollen sich trauen, auch öffentlich Fehler zu machen, wir müssen lernen, mit eigenen Fehlern und denen anderer weniger wertend umzugehen.

Irgendwie – ja.
Aber vor allem: NO!

Was ist mein Problem? Der von mir gefühlte Tenor der Diskussion, wahrscheinlich. Denn:

Ich muss auch Geld verdienen:

Wie geht man den mit Input um, das nicht bereits an anderer Stelle von öffentlichen Geldern bezahlt wurde? Was ich hier (und generell in einem MOOC) schreibe, kann ich nicht mehr verkaufen. Macht in diesem Fall auch nichts. Aber an einem MOOC zur Didaktik von e-Learning-Formaten, zur Konzeption und Moderation von Webinaren o.ä. – nehme ich nicht – oder nur sehr gebremst – teil. Und wäre ich Expertin für Niedrigenergie-Häuser, würde ich in einem Niedrig-Energie-MOOC am ehesten in einem Hangout auftreten wollen und betonen, wie wichtig die individuelle Beratung ist… Es muss ja nicht jeder (c)MOOC einer über MOOCs oder die Zukunft des Lernens sein. Oder?

Martins Ebners (et al) Überlegungen zur “Der-Wert-und-die-Finanzierung-von-freien-Bildungsressourcen” gibt Ideen für OER-Materialien  – und sieht hier auch eine große Herausforderung. Und MOOC-Teilnahme – egal in welche Art “einspeisender Rolle” ist da auch nicht unkritisch – und noch schwieriger zu finanzieren.

Schließt “kommerziell” “offen” aus? Was heißt denn “kommerziell”? Dass sich der Chef eines Weiterbildungsunternehmens seine dritte Yacht damit finanziert? Wir kommen ja noch zu den Geschäftsmodellen… Aber ich würde schon einmal eine Bresche schlagen wollen für: Wer eine Dienstleistung anbietet, darf dafür auch bezahlt werden wollen. Nicht jeder, der nicht ungeteilt JA! zu CC-Lizenzen sagt, disqualifiziert sich für einen MOOC – oder?

Ich will nicht, dass jeder mitmacht.

Martin Ebner sag ganz pragmatisch, wenn er “massive” sein will, dann muss er “open” sein, der MOOC.

Das klingt überzeugend. Und doch: Es wird ja bereits an mehreren Stellen diskutiert, dass für eine Teilnahme an einem MOOC natürlich eine gewisse Medienkompetenz nötig ist, dass man eine bestimmte Art kommuniktiver Mensch sein muss, Transparenz in manchen Punkten nicht scheuen darf – und es wurde auch gefragt, ob das in einem Open Course denn hingenommen werden kann.

In meiner Einschätzung kann man dazu nur JA sagen: Ein MOOC ist nur für solche, die in irgend einer Weise MOOCen wollen und können. Und auch ein thematischer Fokus ist natürlich in gewisser Weise ausgrenzend. Aber es soll ja auch funktionieren. Man muss ja auch eine Basis haben, auf der sich die Beteiligten bewegen. Ihr wollt eine MOOC, der wirklich für jeden offen ist? Egal wie aufgeschlossen? Egal wie medienkompetent? Wie vorgebildet? Egal wie was auch immer? Der MOOC findet offline statt – und ist das Leben.

Randnotiz: Spannend fand ich zu beobachten: “Nur “zuschauen” oder mitlesen wird in dieser Woche (im Hangout v.a.) weniger akzeptiert. Ist auch schwerer: Als eine Notwendigkeit des Offenen wird angeführt, dass auch ins System zurück-gespeist wird.

Ich will nicht die Gesellschaft MOOC-fähig machen.

Wahrscheinlich bin ich keine Rebellin des Lehrens. Ich möchte nicht die Gesellschaft verändern, damit ich einen MOOC machen kann. Ich lebe in einer Gesellschaft und möchte ausloten, ob/unter welchen Umständen man für und mit Menschen aus dieser Gesellschaft einen MOOC machen kann. Das heißt nicht, dass man aus meiner Sicht keine MOOC-Einführungen oder technischen Hilfestellugen geben sollte.

Ton Zijlstra sagte im Hangout: “Menschliche Eigenschaften sind die Grenzen des Offenen”. Es ging u. a. darum, wie viel man reingeben mag, ohne etwas davon zu haben und wie man mit der entstehenden Transparenz umgeht.

Das finde ich schön auf den Punkt gebracht. Die einen kommen da vielleicht zu dem Schluss, dass man dann an den menschlichen Eigenschaften arbeiten muss – für die mittelfristige Planung würde ich mich darauf konzentrieren, wie diese Eigenschaften aussehen und wie man mit den damit verbundenen Grenzen konstruktiv für einen MOOC umgehen kann.

Soweit – ganz offen,
Jasmin

 

Didaktik? Von MOOC-Design und MOOC-Moderation

In Didaktik-Workshops ist mir immer sehr wichtig zwischen Design/Konzeption und Moderation (von Webinaren, online-Seminaren etc.) zu unterscheiden.

Das hilft mir auch hier – auch vor dem Hintergrund der Diskussion mit Jutta Pauschenwein, Ellen Trude, Martin Lindner, Joachim Happel, Heinz Wittenbrink – auch Boris Jäger – und bestimmt noch vielen mehr… auf G+ und in den Blogartikeln & Kommentaren, die zu suchen (,um sie zu verlinken, was sicher gut wäre,) ich leider keinen Nerv habe.

Wie Joachim Wedekind im Didaktik-Hangout sagt (stark verkürzt):
Eigentlich könnte man meinen: Keine festen Ziele – also keine Diskussion um Methoden und Lernerfolgskontrollen – also keine Didaktik. Aber so ist es nicht und bestehendes didaktisches Gedankengut ist natürlich auch für MOOCs hilfreich.

mögliches Elemente eines MOOC Designs

Der Blick auf das Design/die Konzeption führt zum immer wieder benannten Aspekt: Ein MOOC steht unter dem Licht der “Ermöglichung”. Für die Didaktik heißt das in meinen Augen: Konzeptionell eine “Ermöglichung” vorsehen.

Das kann konkret bedeuten:

Input anbieten – eine Auswahl aus:

  • Links
  • Texte…
  • Impulsbeiträge (habe ich hier im MMC13 zum ersten Mal gesehen – sehr schöne Idee)

Kommunikationskanäle anbieten – eine Auswahl aus:

  • Blograum
  • automatische Blogaggreation
  • Twitterkanal
  • Google+ Community
  • Hangouts/Live Sessions
  • WIKIs
  • Foren

ggf. weitere Kommunikationskanäle zulassen oder dazu anregen: selbstorganisierte Live Sessions, Foren, WIKIs…

Das Zusammenspiel der gewählten Elemente sorgfältig abstimmen und kommunizieren, Aspekte der Usability berücksichtigen.

Das könnte es “schon” sein an Didaktik. Ist ja selbstorganisiertes Lernen.

Aber Peter Ador sagt im Hangout z. B. “Es ist doch didaktisches Geschick nötig, um all das zu dokumentieren, was hier zusammen kommt.” (so in etwa). Ah – das ist auch schon eine Brücke zur Moderation: MOOCs können über das reine Ermöglichen hinaus gehen – und/oder das Ermöglichen kann für einzelene Teilnehmedne effektiviert werden:

mögliche MOOC-Moderationsaufgaben

Was ist also drin im Bereich Moderation?

Vorweg: Ich finde es nicht wichtig, zu entscheiden, ob/welche Art Moderation für einen MOOC nötig ist, zur “MOOC-Definition” gehört.

Ich suche nach dem Potenzial, aus dem man dann je nach Fragestellung und Zielsetzungen (von Veranstalterseite) Elemente nutzbar machen kann. Ich sortier mal – meiner Vorstellung von didaktischer Betrachtungsweise entsprechend – nach möglichen Zielbereichen (die ich jetzt mal aus der Hüfte schieße):

Dokumentation/Ergebnissicherung

  • inhaltliche Zusammenfassungen schreiben, schreiben lassen (Reflektoren-Rolle), anregen
  • Linklisten erstellen (oder Aufttrag vergeben/anbieten), ggf. thematisch sortiert
  • Sitemaps/Pearltrees erstellen, erstellen lassen, anregen
  • Ergebnis-WIKIs zu Einzelthemen erstellen, erstellen lassen, anregen
  • alles, was in der o. g. Struktur nicht autotisiert passiert (z. B. ggf. von Hand Blogartikel aggregieren)

Aktivierung

  • Feedback zu Beiträgen der Teilnehmenden (prinzipiell wohl auf allen Kanälen möglich) (“einladend, nicht ausgrenzend sein”, sagt Dörte Giebel im Didaktik-Hangout z.B.)
  • Mailings/Newsletter mit Hinweisen auf besondere Beiträge, Ergebnisse, Events etc.
  • auch hier: Zusammenfassungen (als “Einsprungschneisen”, wie Dörte Giebel es genannt hat)
  • Events: online-Live-Sessions, Präsenztreffen…

Qualitätssicherung (heikler Bereich natürlich, wer kann alles lesen und kann/darf auf welche Weise Qualität feststellen?)

  • auch hier: Zusammenfassungen
  • auch hier: Reflektoren-Beiträge
  • Feedback zu Beiträgen der Teilnehmenden
  • Bemühen um Ausgewogenheit durch aktives Einholen / Einbingen von Gegenmeinungen, Aspekten aus noch nicht (ausreichend?) bedachten Bereichen

… (wem fällt da noch mehr ein?)

Natürlich hängt das eng mit dem Design/Konzept zusammen und überschneidet sich in einigen Punkten. Fokus der Moderation in meinem Sinne ist jedoch: Das, was im MOOC-Verlauf getan wird (im Gegensatz zu strukturgebend wie das Konzept/Design) – was die Veranstalter für die Verlaufzeit kalkulieren müssen. Als eigene Aufgabe oder als Aufgaben, die rechtzeitig delegiert werden – oder die – als “nice to have” – den Teilnehmenden als Aufgabe angeboten werden.

Moderiert und offen?

Jenseits der Definitionsfrage: Ich glaube, das geht nicht. Eine Moderation wie oben beschrieben, wird konzeptionell mitgedacht.

Wenn ein MOOC wirklich offen ist – also im Prinzip beliebig viele aktiv Teilnehmende haben kann – ist keine der oben genannten Moderationsaufgaben mehr ausführbar, wenn man damit ernsthaft übergeordnete Ziele anstrebt.

Es sei denn, man provoziert oder organisiert das Bilden von Untergruppen und arbeitet dann mit Teil-MOOCs… Untergruppen-MOOCs  – klingt in meinen Ohren aber irgendwie absurd…

Aber was heißt schon “wirklich offen” – Wahrscheinlich hat keiner von uns einen cMOOC mit 2600 Teilnehmenden oder so vor, oder? Dann ist das wohl eine eher theoretische Frage.

Das als Beitrag zu konkreter Planungs- und Kalkulations-Arbeit, die MOOCs mit sich bringen.

Euch grüßt: Jasmin

MOOCen wider willen

Grafik: nichts hören, sehen, sagen...?So hatte ich mir das eigentlich vorgestellt mit dem MMC13 für mich:

Nicht schauen, nichts sagen, nichts hören…

 

Ich werde hier nicht MOOCen, weil:

Dörte Giebel und Monika König, die ich aus/seit dem OPCO11 “kenne”, haben mIch gefragt, ob ich einen Impulsbeitrag schreiben würde. Ich habe mich über die Anfrage sehr gefreut, hatte gleich die Gegenüberstelltung im Kopf, die es dann ja auch geworden ist, große Lust, sie zu formulieren – und hatte ansonsten nicht vor, mich mit diesem MOOC viel zu beschäftigen. Denn: Die Don#t MOOC-Seite des Impulsbeitrags kommt ja nicht von nichts… Und: Ich kann nicht.

I have work to do! Ich muss Geld verdienen. Ich hab Familie. Ich muss auch mal schlafen. MOOC hat nichts mit dem zu tun, was gerade auf meiner TOP 28-oder-so-Liste steht.

Doch, ich werde hier MOOCen, weil:

Und jetzt? Jetzt habe ich oftmals ein Stündchen auch ein Twitter-Fenster auf, habe in XING meinen Blog eingebunden, mich nochmal in die Google+ Logik eingedacht (dort noch immer meinen Blog nicht einbinden können…), ich schau zwei drei mal täglich auf die MMC13-Blog-Aggregator-Seite…, check viel viel häufiger Mails und Twitterwall…, twittere selbst wieder (das hätte ich nun wirklich nicht gedacht…), schau und höre mir all die kleinen Basteleien an… – und bin angerührt wie Oma auf dem Adventsbasar, die sich anschaut, was für liebevolle Dinge entstanden sind.

liebevolle BasteleienIch schüttel gleichzeitig den Kopf und frag mich, wie man Zeit und Nerven dafür finden kann, all sowas zu tun, ob das inhaltlich getrieben ist oder legitmiertes Spieltrieb-Ausleben.

Und dennoch – oder gerade deshalb – bewundere ich vor allem die “Tool-Ausprobierer”, merke, wie gerade das nicht so Zielgerichtete den MOOC so persönlich macht, wie es ansteckt, auch auszuprobieren und damit zurückführt zum Inhaltlichen.

Ich ärgere mich auch schon wieder, dass ich nicht wirklich diskutieren kann, wenn an 629 Stellen kleine Happen liegen – und jeder Versuch, das zusammenzuführen ein weiterer Happen ist, der wieder irgendwo zusammen geführt werden wird…

Aber eigentlich ist das alles irrelevant, denn ich habe gar keine Wahl: Sobald ich persönlich angesprochen werde in so einem MOOC, kann ich nicht mehr nicht MOOCen.

Grafik: Community-FalleSobald jemand in einem MOOC, in dem ich die Leute direkt angesprochen habe, auf meinen Beitrag antwortet, auf meine Gedanken Bezug nimmt, meinen Namen nennt, fühle ich mich… – verantwortlich? unwiderstehlich eingeladen?…?

Schnapp: Community-Falle. Community-Geschenk.

Also gut, meine Ziele?

Nützt nichts. Jetzt bin ich also drin. Dann denk ich also über meine Ziele nach:

Vorweg: Ich habe keine primär inhaltlichen Ziele, die mit MOOCs zu tun haben. Das mag jetzt verwundern… aber ich habe ja geschrieben, wie ich hierher geraten bin… Im Prinzip könnte das jetzt auch ein MOOC über “Fotosynthese” sein, über “die Freiheit der anders Denkenden” oder über “Elemente des Barocktheaters in der Europapolitik”…

  • Ich will mich hier einlassen auf die Leichtigkeit, mit der getwittert wird, aufeinander Bezug genommen wird, Formate ausprobiert und veröffentlicht werden – um mir davon eine Scheibe abzuschneiden.
  • Wie schon in den letzten MOOCs möchte ich den Tool-Tipps nachgehen und sie ausprobieren, auch um sie ggf. als hilfreiche Elemente fürs e-Learning weiterzugeben (ah – Schnittstelle zu den TOP 28-Prioritäten!).
  • Und wo ich dann schon einmal da bin, möchte ich Diskussion anheizen – vor allem, wo MOOCs so sehr euphorisch betrachtet werden. Bei MOOC-Skepsis hilft wahrscheinlich eh nur eine gute MOOC-Erfahrung zur Inspiration (so erlebe ich es jedenfalls gerade ;-)).
  • Dann möchte ich Kontakte vertiefen und neu knüpfen: Mit welchen Akteuren/innen in der e-Weiterbildungswelt kann ich mich mal zusammentun? Was könnten wir Sinnvolles zusammen auf die Beine stellen?
  • In dem Zusammenhang – und darüber hinaus – möchte ich sehr sehr gern mal wieder ein bissschen “Serendipität“: Zufällig auf Themen/Erkenntnisse/Events stoßen, mich treiben lassen, Ideen entwickeln für Beratungsangebote, Workshops oder oder (noch eine Schnittstelle zu den TOP 28-Prioritäten!)- und zweckfrei Spielerein.

Na gut, damit krieg ich so ein zwei Stunden am Tag legitimiert… und versuche, dass es nicht mehr werden.

Euch grüßt, Jasmin

#MMC13 Impulsbeitrag Wo 1: (Don’t) MOOC!

Willkommen im MoocMakersCourse 2013!#MMC13 Impuls zu Woche 1

Und hier ein Impuls zur ersten Woche des #MMC13 - ich freu mich auf und über  Zustimmung, Ablehnung – Mitdenken und den Austausch dazu:

Kommt alle und MOOCt!

Ein MOOC ist die einzigartige Gelegenheit, mit engagierten Gleichgesinnten zu eigenen Fragestellungen weiterzukommen. Flexibel, so intensiv, wie man es kann/möchte und dabei nachhaltig durch Dokumentation und Kontakte. Was will man mehr von einem Lernprozess?

Massive: Willkommen, ihr über 150 Teilnehmenden. Da werden wunderbar viele Perspektiven, Erfahrungen, Fragen zusammen kommen.
Du bist Fremdsprachenlehrer, Personaler, Marketingmensch, Hochschuldozent/in, Trainer/in, Student/in, MOOC-Erfahrene/r, MOOC-Newbie, MOOC-Teilnehmende/r, MOOC-Meta-Betrachter/in. Das verspricht eine multiple Beleuchtung des Themas. Potenziert mit der Anzahl der klug gewählten Themen, kann das nur spannend und “win-win” für alle Beitragenden werden.

Open: Kostete nicht nur kein Geld – ist auch offen in vielen anderen Hinsichten: Traust du dir ein bisschen selbstorganisiertes Lernen zu, gibt es keine Schwelle mehr: Du bist willkommen als Alter Hase wie als Neueinsteiger, du kannst twittern, bloggen, eigene Google-Hangouts organisieren – oder liest eben einfach auf der gebookmarkten Seite zum Kurs. Wenn du was nicht weißt oder kennst, recherchierst oder fragst du eben. Welches Vorwissen wer hat oder welches Amt wer bekleidet: ganz egal. Das Thema hält zusammen. Das ist gelebte Gleichberechtigung.

Online: Dich erwartet eine faszinierende Vielfalt an Präsentations- und Kommunikationswegen. Und du kannst sie nutzen, wo auch immer du bist. Kurz mal zwischendurch oder konzentriert ein paar Stunden am Stück; daraus ergeben sich unterschiedliche Beitragsformate, die sich sehr befruchten können: spontane Kommentare, die vielleicht auch mal polarisieren, gut recherchierte Beiträge, die zum Weiterdenken einladen. Und das von überall. “Online” schafft hier auf vielen Ebenen Vielfalt.

Course: Du bist eingeladen deine Lernziele selbst zu setzen – nicht andere verordnen dir, was du zu dem Thema wissen und können sollst. Du steuerst deine Aktivitäten im Rahmen der angebotenen Methodenvielfalt – und durch das asynchrone Format – kannst du Erkenntnisse und Wissen vielleicht auch gleich dem Praxistest unterziehen – und mit Fragen ganz anderer Qualität hier weiterarbeiten. Das beste Rezept gegen träges Wissen – und wenn die “MOOC-WG” funktioniert – dann wird es an Commitment und konstruktivem Peer-Feedback nicht mangeln. Ein didaktisches El Dorado erwartet uns!

Auf geht’s!

Don’t MOOC!

MOOCs sind ein neu inszenierter pseudo-intellektueller kollektiver Zeitvertreib der Bildungswelt. Vielleicht anfangs noch eine willkommene Nachhilfestunde in Social Media, aber dann vor allem eine angesagte Art, seinen online-Kontakte- und Bookmark-Friedhof zu erweitern.

Massive: Über 150 Leute glauben in diesem MOOC, sie würden sich an einem thematischen Austausch beteiligen. Fast erleichternd zu ahnen, dass (abgesehen von den Organisatoren) nachher eh nur so um die zehn Leute kontinuierlich aktiv sind.Und wenn es mehr Austausch wäre? Dann triffst du eine Auswahl entlang deiner eigenen Fragen und Vorannahmen – und wirst weiterhin im eigenen Saft schmoren. Dann aber mit dem seligen Gefühl, dass deine Einschätzungen Ergebnis eines vielseitigen Austauschs seien.

Open: Erstmal anmelden, “kost ja nix”. Dann mal gucken und dann schauen wir mal. Vielleicht bist du auch schon wieder raus, bevor du die ersten drei Bookmarks gesetzt hast.

Oder aber du merkst, dass du hier prima zu deinen Fragestellungen Wissen und Erfahrungen an- und abzapfen kannst. Die Diskussion ums Thema hat ja ergeben: Lurken (“zuschauen” ohne beizutragen) ist keine Schande, sondern eine legitime Freiheit. Vielleicht steigst du auch bald wieder aus, weil du nicht siehst, wo hier dein Teil vom “win-win” ist.

Online: Das kann auch heißen: Wer’s nicht hinkriegt, kommt wohl von der anderen Seite der “digital gap” und/oder kann sich nicht organisieren. Aber “überall und jederzeit” wird auch schnell zu “nie und nirgends”, weil andere Dinge eben zu bestimmten Zeiten getan werden müssen.

Also: Du scheust die Verantwortung für den Lernprozess anderer? Dann mach einen MOOC. Hier ist ja der Teilnehmende selbst verantwortlich.

Course: Course? Dir werden Themen, Fragen und Materialien angeboten – ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder Ausgewogenheit. Du kannst zwischen vielerlei Darstellungs- und Kommunikationswege wählen. Wie weit das MOOC-Basis-Navi, das hier als bemerkenswerter Sonder-Service mit angeboten wird, dich dabei unterstützt, kann vorher niemand wissen. Du musst selbst Methoden für dein Lernen finden und weißt nachher vielleicht nicht, ob du deine Ziele (hattest du welche?) erreicht hast. So gesehen, kann man sagen: Das ganze Leben ist ein MOOC. Ein “blended MOOC” – mit offline-Phasen.

Und das heißt für effiziente Lernprozesse: Don’t MOOC!